Immer wenn ein neuer Berliner Mietspiegel veröffentlicht wird, findet man nicht nur im MieterEcho eine mehr oder weniger standardisierte Grundaussage: Die Mieten würden erneut steigen, aber es hätte schlimmer kommen können. Das trifft zwar im Prinzip zu, aber dennoch sind die jeweiligen Mietspiegel immer auch Spiegelbild der politischen Entwicklungen in der Stadt – voller Wendungen, erkämpfter Erfolge und politischer Niederlagen.
Beginnen wir mit der kleinen Rückschau im Jahr 2013, als es eine rot-schwarze Regierung unter Klaus Wowereit (SPD) gab. Mehrere Verhandlungsrunden waren gescheitert, da es keine Einigung gab, und die Mieterverbände die Mietspiegel-Arbeitsgruppe verließen. Es war eine Phase rasanter Mietsteigerungen, die auch entsprechende Verdrängungen von finanziell überforderten Haushalten nach sich zogen. Doch letztendlich konnte die Mieterseite durchsetzen, dass der Spannenoberwert durch die Neuregelung der „Sondermerkmale“ und der Orientierungshilfe nicht mehr überschritten werden konnte. Ein harter Kampf um eine scheinbar technische Kleinigkeit, aber mit realer Wirkung für sehr viele Haushalte.
