Die statistische Erfassung der Wohnungsbauzahlen für 2023 läuft noch. Aber für die Berliner landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften ist schon klar, dass sie weit unter dem im Koalitionsvertrag vereinbarten Bauziel von 6.500 Wohneinheiten geblieben sind. Mit Stand Ende September 2023 gingen sie von fast genau 4.800 neuen Wohnungen aus, wie die Antwort der Senatsbauverwaltung auf eine Anfrage des Wohnungspolitikers Niklas Schenker (Die Linke) zeigt. Bemerkenswert ist, dass im Ende August 2023 veröffentlichten jährlichen Bericht zur Schaffung von Wohnraum noch die Fertigstellung von rund 5.800 Wohnungen prognostiziert wurde.
Seit Veröffentlichung der Baustatistik für 2022 geht Bausenator Christian Gaebler (SPD) damit hausieren, dass Berlin mit der Fertigstellung von rund 17.300 Wohnungen angesichts der desaströsen Baukonjunktur eigentlich noch mit einem blauen Auge davon gekommen sei. Aber die vom Landesamt für Statistik Berlin-Brandenburg veröffentlichten Zahlen stimmen nicht. Gesichert fertig wurden 2022 nur rund 13.800 Wohnungen, die weiteren rund 3.500 sind Nachmeldungen aus den Vorjahren. Das ergibt sich aus Daten, die das Statistikamt auf Anfrage vom MieterEcho zur Verfügung gestellt hat. Die offene Frage: Wie viele Fertigstellungen werden noch nachgemeldet? Coronakrise und kriselnde Baukonjunktur deuten darauf hin, dass es nicht allzu viele sein werden. Laut den Daten des Amtes für 2016 bis 2022 gab es in jedem Jahr Nachmeldungen im großen Stil. 2022 lag deren Anteil an der Gesamtzahl der Fertigstellungen bei einem Rekordwert von über 20%. 2021 waren es beispielsweise fast 16%, was über 2.500 Wohnungen entspricht. Dabei erklärt die Bauverwaltung, diese Statistik sei „ein wichtiger Indikator für die Analyse des Wohnungsmarktes“. Der korrekten Baustatistik werde eine bedeutende Rolle beigemessen, da sie eine wichtige Grundlage für die Planung, Entwicklung und Steuerung des Wohnungsbaus bilde. „Eine präzise Statistik ermöglicht es, die Bedarfe im Wohnungsbau besser zu verstehen, Ressourcen effektiver zu verteilen und angemessene politische Maßnahmen zu entwickeln“.


