Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft „Stadt und Land“ (SuL) saniert und modernisiert eine ca. 90 Jahre alte Wohnanlage in Neu-Tempelhof. Insgesamt sind 590 Wohnungen davon betroffen. Nach der Ankündigung 2022 gründete sich zeitnah eine Mieterinitiative, die Sorge vor Mietpreissteigerungen und somit vor der Verdrängung der alteingesessenen Bevölkerung hat. Sie sieht in den geplanten energetischen Sanierungen und zusätzlichen Modernisierungen einen nicht nachvollziehbaren und treibenden Faktor für die Erhöhung der Mieten um bis zu 30%.
MieterEcho: Stadt und Land gehören zu den landeseigenen Wohnungsunternehmen, die eigentlich mit einem sozialen Auftrag agieren. Was kritisiert die Mieterinitiative?
Wir kritisieren das autokratische und intransparente Verhalten der Wohnungsbaugesellschaft „Stadt und Land“ (SuL). In der Siedlung leben viele ältere Menschen, meist mit alten Mietverträgen. Von Beruf waren sie Handwerker, Büroangestellte, Verkäufer etc. Die Rente ist nicht üppig. Einige wohnen seit über 40 Jahren hier und sind gesundheitlich angeschlagen.Wir haben das Gefühl, dass diese alten Mietverträge auf SuL toxisch wirken, und sie uns aufgrund von angestrebter Gewinnmaximierung verdrängen wollen. Uns fehlt die Sicherheit. Wir wissen nicht, wie es weitergeht. Es gab bislang keine Möglichkeiten, Einfluss auf die geplanten Mieterhöhungen zu nehmen, obwohl viele geplante Modernisierungen nicht sinnvoll sind. Die Kommunikation ist mangelhaft. Wir werden auf Paragrafen verwiesen, die das Vorgehen der SuL rechtfertigen sollen. Individuelle Lebensumstände spielen in deren Planung keine Rolle. Mit Empathie und sozialem Auftrag hat das wenig zu tun.


