Laut Studien befürchtet die Hälfte aller Mieter/innen in Berlin, sich in zwei Jahren die Wohnung nicht mehr leisten zu können und 74% sehen in den hohen Wohnkosten eine Gefahr, die Wohnung zu verlieren oder zu verarmen. Häuser sind Kapitalanlagen und Mietverträge sollen die Profite garantieren. Aber Löhne und Transferleistungen steigen nicht in demselben Maß wie die Erwartungen auf die Profite aus Vermietung.
Mieter/innen haben Mieterrechte. Und es ist auch immer wieder die Rede von Vorkaufsrechten und städtebaulichen Instrumenten wie dem Milieuschutz. Wer sich als Haus organisieren kann, sitzt bei der Baustadträtin oder beim Baustadtrat und hofft auf das Vorkaufsrecht. Eine individuelle Lösung im Meer der Verdrängung ist aber keine Lösung für die ganze Stadt. Ein rot-rot-grüner Senat schafft Beteiligungsmodelle und damit die Illusion, dass der Dampfer Stadtentwicklung seine Richtung ändert. Der Mangel an Wohnraum aber bleibt und die Mieten steigen weiter. Es gibt zu wenige Wohnungen zu den Regelsätzen, die das Jobcenter bei Hartz IV zahlt. Es gibt auch zu wenige Wohnungen für Rentner/innen, die von Grundsicherung leben müssen, und erst recht zu wenige für Geflüchtete. Selbst für Durchschnittsverdienende ist das Angebot an Wohnraum viel zu gering. Immer mehr Einkommen muss für die Miete aufgebracht werden. Die Wohnungsnot hat die Mittelschicht erreicht. Es herrscht eine enorme Konkurrenz um günstigen Wohnraum und um Sozialwohnungen.
