Trotz ständiger medialer Beschwörung „unserer westlichen Werte“ , die durch Sanktionen gegen die Kriegspartei Russland verteidigt werden sollen, kommt es zu Protesten gegen steigende Preise und Inflation. Die Länder des „Globalen Südens“ , die ihre eigenen Erfahrungen mit diesen Werten haben, verweigern fast geschlossen die Sanktionen.
Ende Juli gab die Hälfte der Befragten bei einer bundesweiten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa an, dass sie „an Demonstrationen gegen die hohen Energiepreise teilnehmen“ würde. Darauf rückte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) diese sogleich in die rechte Ecke. In Italien war man in Bezug auf Proteste schon weiter. So weigerten sich bereits im März Flughafenbeschäftigte in Pisa, als „humanitäre Hilfe für die Ukraine“ getarnte Waffen zu verladen. Unterstützt wurden sie dabei von der Unione Sindicale di Base (Basisgewerkschaft). In Großbritannien, wo der Gewerkschaftsverband TUC davor warnt, dass Energierechnungen bald zwei Monatsgehälter verschlingen könnten, nehmen Organisierung und Protest an Fahrt auf. So veranstaltet „Enough is Enough“ (Genug ist genug) Massenkundgebungen und mobilisiert für einen landesweiten Aktionstag. Getragen wird „Enough is Enough“ von Gewerkschaften, sozialen Organisationen bis hin zu Fußballfans. Forderungen sind Lohnerhöhungen, Senkung der Energierechnungen, Ende der Ernährungsarmut, Wohnungen für alle und eine Reichensteuer. Nach eigenen Angaben wird „Enough is Enough“ von 500.000 Menschen unterstützt. Auch die Kampagne „Don‘t Pay“ (Zahle nicht) hat nahezu 200.000 Unterstützer/innen. Sollten es bis zum 1. Oktober eine Million werden, ruft sie zu einem gemeinsamen Boykott der Energierechnungen auf.
