Sag mir, wo du wohnst und ich sag dir, wie gesund du bist. Die Berliner Sozial- und Gesundheitsberichterstattung zeigt: In Bezug auf Gesundheit und Lebenserwartung gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Berliner Bezirken. Während z. B. die mittlere Lebenserwartung von Menschen in Charlottenburg-Wilmersdorf oder Steglitz-Zehlendorf 2017-2019 bei 82,4 Jahren lag, betrug sie in Neukölln nur 79,8 Jahre.
Darin spiegelt sich die Tatsache, dass Gesundheit maßgeblich von den gesellschaftlichen Verhältnissen abhängt, in denen Menschen leben. Anstrengende und prekäre Arbeitsbedingungen, Angst, die Wohnung zu verlieren oder die Miete nicht zahlen zu können, Rassismus oder Stress mit dem Jobcenter können krank machen. Gleichzeitig werden viele Menschen, die sozial und gesundheitlich benachteiligt sind, von vielen Angeboten der Gesundheitsversorgung nicht erreicht oder sogar ausgeschlossen. Hier will das Gesundheitskollektiv Berlin ansetzen. Wir wollen die Lebensbedingungen, die Menschen krank machen, in die Versorgung einbeziehen. Wir wollen eine neue Form der Versorgung etablieren, für die und mit den Menschen im Stadtteil. Wir wollen interprofessionell, mit verschiedensten Berufen, daran arbeiten, Gesundheit für die einzelnen und im Stadtteil herzustellen. Wir wollen dabei kollektiv, hierarchiearm und auf Augenhöhe arbeiten. Wir wollen einen niedrigschwelligen Zugang zu Gesundheitsversorgung, Beratung und Informationen für alle ermöglichen. Dafür arbeiten wir seit 10 Jahren. Im Januar 2022 konnten wir das Geko Stadtteil-Gesundheits-Zentrum in Nord-Neukölln eröffnen. Hier arbeiten Medizinische Fachangestellte, Sozialarbeiter/innen, Krankenpfleger/innen, Psycholog/innen, Therapeut/innen, Ärzt/innen, Gesundheitsberater/innen, Sporttrainer/innen, Stadtteilmütter, Künstler/innen, Apotheker/innen u. a. m. haupt- und ehrenamtlich in der Versorgung, Beratung und Gesundheitsförderung.

