Das Haus der Buchdrucker in der Dudenstraße 10 in Kreuzberg ist ein beeindruckendes Zeugnis gewerkschaftlicher Bautätigkeiten. An den Tagen des „Offenen Denkmals“ kommen dutzende Interessierte, um diese Ikone der Moderne zu bewundern. Zuletzt im September, als die langjährig gewerkschaftlich aktive Constanze Lindemann mit kenntnisreichen Erläuterungen durch das Gebäude führte.
Als das „Verbandshaus der Deutschen Buchdrucker“ in der damaligen Dreibundstraße 5 nach zweijähriger Planungs- und Bauzeit 1926 seiner Bestimmung übergeben wurde, war die Begeisterung nicht weniger groß. Der Architekturpublizist Adolf Behne beschrieb das Haus in der Weltbühne vom 2. März 1926 als eine „vorbildliche Leistung. Nach so vielen ärgerlichen Missgriffen in der Geschichte der Gewerkschaftsbauten (…) hat endlich einmal eine große Arbeiter-Organisation ihren Baumeister aus der vordersten Reihe der Modernen geholt.“ Gemeint war Max Taut, der Bruder des bekannteren Bruno Taut. Mit Franz Hoffmann wurde Max Taut 1924 vom Verband der Deutschen Buchdrucker mit dem Bau beauftragt, nachdem sich die beiden mit dem Haus des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB) in der Wallstraße empfohlen hatten.
