Der Wedding – manche lieben ihn, andere kennen ihn kaum. Fast 180.000 Einwohner/innen drängen sich in den Vierteln entlang von Müllerstraße, Badstraße und Seestraße am nördlichen Rand der Berliner Innenstadt. Lange Zeit war der nordöstliche Zipfel Westberlins vom realsozialistischen Osten eingekeilt und von der Westberliner Verwaltung vergessen. Seit einigen Jahren zeigt die Immobilienwirtschaft jedoch zunehmendes Interesse an diesem Bezirk. Die großen Industrieanlagen vom Anfang des 20. Jahrhunderts, wie die einst größte Glühbirnenfabrik Europas in den Osram-Höfen oder die alten AEG-Werke am Humboldthain, boten über Generationen hinweg Arbeitsplätze für die Bewohner/innen und prägten ihn als Arbeiterbezirk. Doch diese Zeiten sind vorbei: Internationales Kapital drängt in die Stadt, um vermeintlich ungenutzte Flächen und Gebäude zu „aktivieren“ .
