Das Hochhaus An der Urania 4-10 in Berlin-Schöneberg ist ein vom Berliner Architekten Werner Düttmann 1964-67 erbautes Verwaltungsgebäude. Direkt an der Kreuzung Kurfürstenstraße/An der Urania gelegen, ist es eine Ikone der West-Berliner Architektur der 60er Jahre, die nun droht, verloren zu gehen. Obwohl es im Eigentum des Landes Berlins ist, soll das Gebäude ab Januar 2024 abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden.
Im Hinblick auf die Klimakrise ist das nicht mehr zeitgemäß – der Abriss eines statisch funktionsfähigen Hochhauses aus Stahlbeton zugunsten der Errichtung eines neuen Hochhauses grenzt an Absurdität und stellt die politischen Entscheidungen in einer Stadt, die bis 2045 klimaneutral sein will, erneut auf den Prüfstand. In Fachkreisen herrscht längst Einverständnis darüber, dass auch Gebäude aus den 60er und 70er Jahren, die besonders häufig von Abrissen bedroht sind, zum baukulturellen Erbe zählen. Im Oktober 2023 gründete sich die Initiative an.ders Urania und setzt sich für den Erhalt des Hochhauses ein. Sie besteht aus rund 20 Mitgliedern aus den Bereichen Architektur, Stadtplanung, Landschaftsarchitektur, Soziologie und Kunst. Um den Abriss zu verhindern, startete die Initiative eine Petition, die sich an die Entscheidungsträger/innen wendet und zum Handeln aufruft. Der Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Christian Gaebler (SPD), Senatsbaudirektorin Petra Kahlfeldt und die Geschäftsführerin der Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM), Birgit Möhring, die das Gebäude verwaltet, werden aufgefordert, den sofortigen Stopp des maschinellen Rückbaus zu veranlassen. Weiterhin fordert die Initiative in der Petition, die Liegenschaft zu einem Fall von übergeordneter städtischer Bedeutung zu machen. Drittens wird die Veranlassung einer Umbauplanung gefordert. In einem ersten Schritt sollte dabei aus dem für das Grundstück geplanten Realisierungswettbewerb für den Neubau ein zweistufiger Wettbewerb zur Umnutzung des Gebäudes gemacht werden.

