Wer in Neukölln wohnt, aufmerksam, kritisch und engagiert ist, weiß, dass städtische Ungleichheit entlang ethnischen, rassifizierten Merkmalen strukturiert ist. Die Wirkung ist an Klingelschildern abzulesen, an den Bio-Company-Filialen, die in den letzten Jahren auftauchten, auf den Straßen und Plätzen zu sehen. Neukölln wird nicht nur immer teurer sondern auch immer weißer und bürgerlicher. Und auch wer die Geschichte von Neukölln kennt, weiß das. In den 1970er Jahren, als die „Zuzugssperre“ in Kreuzberg eingeführt wurde, die es Menschen mit türkischem Pass verbot, in Kreuzberg zu wohnen, mussten sich diese Menschen im naheliegenden Bezirk Neukölln ansiedeln. Es besteht offensichtlich ein Zusammenhang zwischen Gentrifizierung und Verdrängung, Rassifizierung und Ethnizität.
