Im Dezember 2022 ist unter dem Titel „Schöner Wohnen“ erstmals eine regelmäßige Audio-Sendung online gegangen, die sich mit sehr unterschiedlichen Aspekten rund um das Thema Wohnen befasst.
Verantwortlich für den „Podcast zur Wohnungsfrage“ sind Niklas Schenker, der in der Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus für Wohnungsfragen zuständig ist, und sein wissenschaftlicher Mitarbeiter Philipp Möller, der auch seit vielen Jahren Redakteur des Mieterechos ist. „Bisher fehlt es an einem linken Podcast, der sich dezidiert mit Wohnungspolitik und Stadtentwicklung beschäftigt. Dabei bewegen diese Themen die Gesellschaft sehr, deshalb wollen wir hier intervenieren“, beschreibt Möller gegenüber Mieterecho den Impuls für das Projekt. Beide Podcast-Autoren beschäftigen sich seit Jahren mit Stadt- und Wohnungspolitik. Die bisher sieben Folgen können als Videos auf Youtube und als Podcast auf allen gängigen Plattformen, wie z.B. Spotify, runter geladen werden. In der ersten Folge zogen die beiden Autoren gemeinsam mit der ehemaligen Bausenatorin Katrin Lompscher (Die Linke) eine Bilanz der rot-grün-roten Wohnungspolitik. Hier hätte man sich kritischere Nachfragen auch zur Politik unter der Ägide von Lompscher gewünscht, wie sie von Mieterinitiativen immer wieder geäußert wurden. Die sechs weiteren Folgen des Podcasts befassen sich mit Fragen wie „Zeitenwende in der Immobilienwirtschaft – Chancen für das soziale Wohnen?“ und „Wohnungsbau und Gewerkschaften – Gute Jobs durch sozialen Neubau?“ gründlich mit unterschiedlichen Aspekten des Themas. In der fünften Folge geht es ausführlich um die politische Ökonomie des Abrisses, es wird erklärt, warum Eigentümer/innen oftmals gut erhaltene Häuser lieber abreißen als sanieren – ein sehr lukratives Geschäftsmodell für sie. Dabei wird auch aus Friedrich Engels Schrift zur Wohnungsfrage von 1872 zitiert. Die ökologischen Folgen von Abrissen werden von weiteren Interviewpartner/innen angesprochen. In der sechsten Folge geht es dann um die Folgen der Abrisspolitik für die Mieter/innen. Dabei kommen auch Initiativen zu Wort, die sich gegen den Abriss guterhaltener Gebäude wehren, weil es sich um Vernichtung von bezahlbarem Wohnraum handelt. Zu den Interviewten gehört das Urban Fragment Observatory, eine Gruppe von Architekturstudierenden, die sich aktuell gegen den Abriss von gut erhaltenen Gebäuden in der Kurfürstenstraße einsetzen.
