Wostok – der Name lädt zum Fragen ein. Tatsächlich ist das Café, das vor knapp einem Jahr in der Weitlingstraße 97 in Lichtenberg eröffnet hat, nach dem sowjetischen Raumschiff benannt, das mit dem ersten bemannten Raumflug in die Geschichte eingegangen ist.
Wenn das Café geschlossen hat, sieht man an den Rollläden das sorgfältig aufgemalte Bild eines Raumschiffs. Das Stadtteilkomitee Lichtenberg, das das Café betreibt, hat sich viel Mühe gegeben, um das Wostok so zu gestalten, dass Nachbar/innen gerne vorbeikommen. „Wir haben für die Renovierung länger als vorgesehen gebraucht, dadurch verzögerte sich die Eröffnung“, sagt Bea vom Stadtteilkomitee. Ursprünglich nannte man sich Kiezkommune Lichtenberg. „Aber dann haben wir uns gefragt, ob der Name nicht zu utopisch klingt. Schließlich sind wir weit von einer Kommune für den ganzen Stadtteil entfernt, obwohl wir an dem Ziel aber festhalten“, begründet Bea die Umbenennung in Stadtteilkomitee. Jeden Freitag und Samstag ist das Wostok von 16 – 20 Uhr geöffnet. Mehrere Nachbar/innen schnippeln Gemüse. Sie gehören zu den regelmäßigen Gästen und helfen jeden Samstag beim Vorbereiten des Essens. Vorher wird gemeinsam entschieden, was gekocht wird. Für Jutta, die in der Nachbarschaft wohnt, ist der Samstag im Wostok mittlerweile ein wichtiger Termin geworden. „Hier kann ich mich mit anderen Menschen austauschen und sitze nicht allein in der Wohnung“, sagt sie. Räume zu schaffen, in denen sich die Anwohner/innen austauschen können, war das Ziel des Lichtenberger Stadtteilkomitees bei der Gründung des Wostok. Sie suchten sich bewusst die Weitlingstraße aus. Bea nennt mehrere Gründe für die Wahl des Ortes. „Hier waren die Mieten für ein Ladenlokal noch bezahlbar. Zudem gibt es nicht viele linke Projekte in der Straße.“ Diese wird mittlerweile von vielen Imbissen und kleinen Einzelhandelsläden gesäumt.


