„Und plötzlich ist das Team Frankfurter Altstadt komplett“ , entfährt es einem mit den Entwicklungen um die Bebauung des Molkenmarkts Vertrauten im Gespräch. An der Verblüffung, wer die Ausschreibung für das Gestaltungshandbuch für die dort zu errichtenden Gebäude gewonnen hat, hat sich bei ihm auch Wochen später nichts geändert. Es ist der Architekt Christoph Mäckler, ein bekannter Vertreter der deutschen Szene der Altstadtfreunde, die bundesweit für historisierende Rekonstruktionen in Innenstädten lobbyiert.
Mäckler und Berlins Senatsbaudirektorin Petra Kahlfeldt (parteilos, für SPD) saßen gemeinsam im Gestaltungsbeirat für die historisierende Rekonstruktion von Teilen der Altstadt von Frankfurt am Main. Auch Linke-Stadtentwicklungspolitikerin Katalin Gennburg war irritiert von der Entscheidung und hakte im Bauausschuss im Abgeordnetenhaus nach, „wie dieses sogenannte Vergabeverfahren aufgebaut war und vor allem, welche Personen im Entscheidungsgremium saßen“. Bausenator Christian Gaebler (SPD) ließ wissen, dass „auf Verwaltungsebene entschieden worden ist“, ohne Beteiligung der Senatsbaudirektorin. „Wenn ich jetzt sagen würde, wenn jemand mit irgendjemandem schon mal zusammengearbeitet hat, dann schließt man ihn vom Vergabeverfahren aus, wäre das ein Wettbewerbsrechtsverstoß“, unterstrich er. Insofern verstehe er an der Stelle „nicht ganz, worauf Sie hinaus wollen“. Nicht nur Gennburg ist überzeugt, dass ein Netzwerk agiert, um Projekte für historisierende Altstadtrekonstruktionen voranzutreiben. „Dieses Netzwerk betreibt genau so eine Vetternwirtschaft, die zur Berliner Bankenkrise geführt hat. Und es arbeitet nicht nur in Berlin, sondern ist auch bei den anderen Rekonstruktionsdebatten sichtbar und aktiv“, sagt sie zum MieterEcho. Etwa in Frankfurt am Main, Potsdam und Dresden. „Ein prominenter Player ist Christoph Mäckler mit seinem Institut für Stadtbaukunst“, so Gennburg weiter.

