Immer mehr Anwohner/innen setzen sich in Berlin für den Erhalt von Grünflächen ein. Bäume, Büsche und Rasenflächen leisten einen Beitrag für erträgliches Stadtklima und Artenschutz und sind für eine ältere und immobilere Nachbarschaft oft die einzige Möglichkeit, in den Genuss von Grün zu kommen.
Doch das scheint den Berliner Senat und die städtische Wohnungsbaugesellschaft Degewo wenig zu interessieren. In Marienfelde wurden an der Beyrodtstraße/Welterpfad rund 25 Bäume im Januar 2023 gefällt. Das frühere grüne Kleinod gleicht nun einer Wüste. Die Anwohner/innen wollten die Flächen erhalten, aber sie wurden von der Degewo, die dort einen Neubau mit 25 Wohnungen errichten will, nicht ernstgenommen. Seit 2020 kämpften die Nachbarn in Marienfelde um den Erhalt der kleinen Grünfläche und um mehr Beteiligung. Sie haben sich immer wieder an die Bezirks- und Landespolitik gewandt und das Gespräch mit der Degewo gesucht. In einem Brandbrief an Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) wiesen die Bürger/innen auf den Nutzen dieser Grünfläche hin, auf die Verantwortung der Politik, aber auch auf fehlende Bürgerbeteiligung der städtischen Wohnungsbaugesellschaft. Auch waren artenschutzrechtliche Fragen, inwieweit etwa Baumhöhlen von Fledermäusen vorhanden und genutzt werden, laut Aussagen der Anwohner/innen bis zur Fällung nicht geklärt. Es wurde auf Antrag der Anwohner/innen auch eine Einwohnerversammlung einberufen. Das Bezirksamt hatte den Bauantrag der Degewo im bisherigen Umfang bereits abgelehnt und sah einen Dreigeschosser vor. Diese Idee wurde als Kompromiss von allen Akteur/innen akzeptiert. Jedoch waren bei der Einwohnerversammlung weder Vertreter/innen des Senats noch der Degewo anwesend, um die Anregungen aufnehmen. Die Degewo ist auf keinen Wunsch der eigenen Mieterschaft eingegangen.
