Anfang Oktober 2022 meldete das Deutsche Studentenwerk (DSW), der Dachverband der Studierendenwerke, dass kurz vor Beginn des Wintersemesters noch mindestens 35.000 Studierende bundesweit auf Wartelisten für einen Wohnheimplatz stehen.
Rund 176.000 Studierende leben zum Wintersemester 2022/23 in Berlin. In den 32 Wohnheimen des Berliner Studierendenwerkes stehen ihnen knapp 9.200 Wohnplätze zur Verfügung. Die Unterbringungsquote in Wohnheimen liegt für Berliner Studierende damit bei etwas mehr als 5% und bildet damit bereits seit vielen Jahren das Schlusslicht aller Bundesländer. Der bundesweite Durchschnitt lag 2021 bei 9,45%. Die Ursache hierfür ist, dass die Zahl der Studierenden in der Hauptstadt zwar kontinuierlich angestiegen ist, der Senat es jedoch versäumt hat, dies auch mit einem entsprechenden Ausbau der Wohnheimplätze zu begleiten. Die Folge ist, dass es zu langen Wartelisten kommt. Mitte September meldete das Studierendenwerk Berlin bereits mehr als 3.800 Studierende auf der Warteliste. Dass man ein, zwei oder sogar drei Semester auf einen Wohnplatz warten muss, ist keine Seltenheit. Bei der Vergabe der Wohnheimplätze werden mit den Studierenden Pauschalmieten über einen festen Zeitraum vereinbart. Diese Pauschalmiete enthält die Kaltmiete, die Nebenkosten und auch die Kosten für Heizung, Wasser und Strom, sowie in manchen Fällen den Internetanschluss. Waren diese Verträge in der Vergangenheit oft auf zwei Jahre befristet, werden mittlerweile immer öfter nur noch Ein-Jahres-Verträge abgeschlossen und höhere Heizkosten zusätzlich auf die neuen Mieten umgelegt. Wie hoch die Mietsteigerung dabei ausfällt, ist abhängig von der Heizungsart. Von den 32 Berliner Wohnheimen heizen 14 mit Gas und 18 mit Fernwärme. Für die Bewohner/innen in den Wohnheimen mit Gas-Heizung bedeutet dies, dass die durchschnittlichen Mieten bei Neuverträgen von bisher 267 Euro im Monat ab dem 1. November 2022 in einem ersten Schritt um durchschnittlich 110 auf 378 Euro erhöht werden. Bei den Wohnplätzen mit Fernwärme fällt die Erhöhung mit durchschnittlich 60 Euro etwas niedriger aus.
