50 Milliarden Euro für ein Sondervermögen „Sozialer Wohnungsbau“. Mit dieser Forderung machte das Bündnis „Soziales Wohnen“ Anfang des Jahres auf die dramatische Situation im geförderten Wohnungsbau aufmerksam. Der Zusammenschluss aus Gewerkschaften, Sozialverbänden und Mieterorganisationen untermauerte seine Forderung mit einer neuen Studie des Pestel-Instituts, die einen Rekord-Wohnungsmangel von bundesweit 912.000 fehlenden Sozialwohnungen ausweist.
Doch statt dieses historische Defizit als Anlass zu nehmen, das Ruder beim sozialen Wohnungsbau endlich herumzureißen, kritisierte Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) die Pestel-Studie als „hochgradig unseriös“, da sie mit „ausgedachten Zahlen“ operiere. Eine Schuld für die Misere im sozialen Wohnungsbau wies sie weit von sich. Ein genauerer Blick auf die Vorhaben der Bundesregierung offenbart jedoch: Die Ampel versagt bei der Finanzierung des sozialen Wohnungsbaus mit Ansage. Das Grundproblem des deutschen Modells des sozialen Wohnungsbaus, welches der Wohnungswissenschaftler Christian Donner als „Förderung privater Mietwohnungsinvestitionen mit sozialer Zwischennutzung“ beschrieb, bleibt ohnehin unangetastet. Die Studie offenbart das Scheitern der Bundesregierung an ihren selbstgesteckten Zielen. In ihrem Koalitionsvertrag wurde das Ziel von 100.000 neu geförderten Sozialwohnungen pro Jahr vereinbart. Davon ist sie meilenweit entfernt. 2022 wurden bundesweit gerade einmal 22.500 neue Sozialwohnungen bewilligt. Trotz der vermeintlichen Kraftanstrengungen des sozialdemokratisch geführten Bundesbauministeriums wurden damit sogar 3.500 weniger Sozialwohnungen gefördert als vor fünf Jahren unter Heimat- und Bauminister Horst Seehofer (CDU).


