Elf Stadtquartiere sind es, die im Rahmen des Programms „Wachsende Stadt“ derzeit in Berlin entwickelt werden. Darunter finden sich Quartiere mit einer langen Entwicklungsgeschichte wie die Wasserstadt Oberhavel und solche, die heute noch freies Feld sind, wie der Blankenburger Süden. Entsprechend unterschiedlich ist der Stand von Planung und Bebauung. Fehlende Infrastruktur und die Skepsis von Anwohner/innen erschweren teilweise die Umsetzung der Neubauprojekte. Klar ist auch, dass die Potenziale nicht ausreichen und weitere Flächen gefunden werden müssen.
Berlin ist in den vergangenen fünf Jahren um fast eine Viertel Million Einwohner/innen gewachsen. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung prognostiziert 180.000 weitere neue Einwohner/innen bis zum Jahr 2030. Der Bedarf an zusätzlichem Wohnraum ist daher enorm. Zum einen müssen Defizite der Vergangenheit wettgemacht werden, zum anderen ist dem rapiden Wachstum der Stadt Rechnung zu tragen. Gleichzeitig sollen auch ausreichend bezahlbare Wohnungen gebaut werden, denn diese sind bereits jetzt Mangelware. Die Senatsverwaltung geht von einem Neubaubedarf von 194.000 Wohnungen bis zum Jahr 2030 aus, wobei für rund 20.000 Wohnungen noch Flächen gefunden werden müssten. Bis 2021 wird ein jährlicher Neubaubedarf von 20.000 Wohnungen veranschlagt. Diese Zahl wird bislang noch nicht erreicht, 2016 wurden lediglich 13.659 Wohnungen fertig gestellt. Ein Teil der Neubauten soll in zukünftigen Stadtquartieren errichtet werden, die bereits unter dem vorherigen Senat oder noch früher definiert worden sind. Trotzdem ist nur in einem Teil dieser Gebiete bereits mit dem Bau von Wohnungen begonnen worden. Je nach Lage sind zuvor die planungsrechtlichen Grundlagen zu schaffen und die Infrastruktur zu planen – von der Verkehrsanbindung bis zu Schulen und Kitas – sowie die Anwohner/innen in den Prozess einzubinden. Große Neubaustandorte erweisen sich somit nicht als ein schneller Ausweg aus der Berliner Wohnungsnot. Elf neue Stadtquartiere sind nach wie vor in der Planung. Ein zwölfter Standort, die Elisabeth-Aue entfiel mit dem Koalitionsvertrag zumindest für diese Legislaturperiode (MieterEcho Nr. 386/ Februar 2017). Die verbleibenden Standorte verfügen über ein Potenzial zwischen 31.300 und 37.900 Wohnungen. Diese Zahlen sind, betrachtet man die tatsächliche Entwicklung, wahrscheinlich nur als grobe Schätzwerte zu gebrauchen.
