Das Recht auf bezahlbares Wohnen wird genauso wie das Recht auf Gesundheitsversorgung für alle seit vielen Jahren angegriffen. In beiden Fällen erleben wir, dass sozialstaatliche Errungenschaften abgebaut und zerstört werden. In der Wohnungswirtschaft sind gewinnorientierte Unternehmen auf dem Vormarsch. Konzerne wie Vonovia beherrschen einen „Markt“, der eigentlich keiner sein dürfte. Wohnen darf nicht der Konkurrenz unterworfen werden.
Eine analoge Entwicklung gab es im Gesundheitswesen: Bereits 1985 wurde das Gewinnverbot für Betreiber von Krankenhäusern aufgehoben. Ein Tabubruch, der dringend rückgängig gemacht werden müsste. Das Ergebnis heute: 40% der Krankenhäuser befinden sich in der Hand von privaten Konzernen. Sogenannte „institutionelle Anleger“ wie z. B. Hedgefonds haben in Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) lukrative Renditeobjekte gefunden. Unter den Krankenhausbetreibern sind heute nur noch 28,5% öffentliche Kliniken, aber sie halten bei weitem die meisten Betten vor (47%), auch Intensivbetten (53%), und sie haben die höchsten Fallzahlen (48%). Das sind die Zahlen des Statistischen Bundesamtes für 2022. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) erzählt uns, dass 50.000 Ärztinnen und Ärzte fehlen werden. Bei den Pflegekräften geht die Bertelsmann-Stiftung von 500.000 bis zum Jahr 2030 aus. Eine Entwicklung, die Lauterbach aber selbst mitzuverantworten hat. Krankenhäuser verschwinden zusehends. Ganze Regionen werden von der Versorgung abgehängt. Betriebsrats- und Gewerkschaftskolleg/innen aus Brandenburg sprechen mittlerweile von einem „Krankenhaus-Kannibalismus“, weil sich Krankenhäuser auf Kosten anderer zu retten versuchen. Die Not der Krankenhäuser ist durch die Politik dieser und vorheriger Regierungen hervorgerufen worden. So wie es auch für Wohnungsnot und Mietenwahnsinn zutrifft.


