In der aufgeheizten Debatte um die Ausschreitungen in der Silvesternacht fühlte man sich zuweilen in die stadtentwicklungspolitischen Auseinandersetzungen der 1990er und 2000er zurückversetzt. Vier SPD-Bezirkspolitiker/innen forderten in einem Positionspapier eine stärkere „soziale Durchmischung“ sogenannter „Problemquartiere“ , die viele Medien als Schwerpunkte der Krawalle an Silvester identifizierten. „Daher müssen wir in Kiezen mit hohem Anteil an Transfermittelempfänger/innen oder mit Menschen mit Wohnberechtigungsschein eher mittel- und höherpreisigen Wohnraum schaffen“ , heißt es in dem Papier. Nach einigen Jahren leerer Worte gegen steigende Mieten sind die Sozialdemokraten offenbar wieder bei der politisch forcierten Gentrifizierung angekommen, die sie ab Ende der 1990er in „sozialen Brennpunkten“ in innerstädtischen Bezirken wie Neukölln, Kreuzberg oder Mitte forcierten.
