Berlin kämpft mit einer bedrückenden Realität – dem Geschäft mit Armut und Wohnungslosigkeit. Die eisigen U-Bahnhöfe, die als Zuflucht dienen sollten, spiegeln die prekäre Lage wider, während Menschen in der Kälte ums Überleben ringen. Das Kältehilfe-Programm, das erst spät abends startet und morgens endet, bietet nur begrenzten Platz und zwingt viele, die Nacht auf den Straßen zu verbringen.
Die Weigerung der BVG, U-Bahnhöfe nachts zu öffnen, verschärft die Herausforderungen für Obdachlose. Sicherheitsdienste auf den Bahnhöfen geraten ihrerseits in die Kritik, da Betroffene von Schikanen und Gewalt berichten. In der Öffentlichkeit werden deshalb immer lauter Schutzmaßnahmen und Unterstützung für Obdachlose gefordert. Doch wie entkommt man diesem Teufelskreis? Ein Blick in die Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe zeigt, dass Sozialarbeiter/innen oftmals engagiert versuchen, Menschen in Not zu helfen. Anträge auf Bürgergeld sind oft der erste Schritt. Anschließend führt der Weg oft in ein Wohnheim, da es selten ist, dass Obdachlose direkt von der Straße in eine eigene Wohnung vermittelt werden können. Die Realität der Wohnheime ähnelt jedoch oft einem Alptraum, und auch im Bereich der privaten Vermietung fehlen wesentliche Standards. Berichte über skrupellose Vermieter, die die prekäre Lage von Obdachlosen ausnutzen, häufen sich. Die Mieten für heruntergekommene Unterkünfte sind exorbitant hoch und illegale Vermietungen von winzigen Wohnungen an mehrere Personen sind an der Tagesordnung. Mit 50.000 Wohnungslosen in Berlin, von denen viele in teuren Heimplätzen einquartiert werden statt angemieteten Wohnraum beziehen zu können, ist das Ausmaß des Problems erschreckend. Noch gar nicht in dieser Zahl erfasst sind Menschen, die mehr oder weniger provisorisch bei der Familie, bei Freunden oder Bekannten unterkommen. Auch illegal vermietete Wohnungen sind ein Problem.

