Einen Monat nachdem die SPD dem mieten- und wohnungspolitischen „Paket“ der großen Koalition zugestimmt hatte, überraschte ihre Bundestagsfraktion Ende September mit dem Positionspapier „Eine sozialverantwortliche Wohnungspolitik für Menschen, nicht für Märkte. “ Darin stellt sie fest: „Wir brauchen eine grundlegende Trendwende in der Wohnungspolitik, eine mutige Vision mit sachlicher Diskussion. “
Ob die SPD unter mutiger Vision einen Rückblick auf das zuvor Versäumte versteht, ist unklar. Jedenfalls fällt ihr offenbar auf, dass sie das wohnungspolitische „Paket“ nur sehr mangelhaft bestückt hat, und so liest sich das Ganze wie der zaghafte sozialdemokratische Versuch einer nachträglichen Korrektur der aktuellen Mieten- und Wohnungspolitik der großen Koalition. Mit „neun zentralen Bausteinen“ soll eine sogenannte „Wohnwende“ vollzogen werden. Der erste Baustein, „Mietenstopp“ genannt, will Mieterhöhungen in den nächsten fünf Jahren nur bis zur Höhe der Inflationsrate ermöglichen. Eine Deckelung, das heißt ein Mieterhöhungsmoratorium, das die davon galoppierenden Mieten zum Stillstand bringen könnte, ist nicht vorgesehen.
