Die radikale Rechte inszeniert sich gerne als Vorkämpferin der „kleinen Leute“ . Sobald es aber konkret wird, entzaubert sich dieser Mythos oft von selbst. So auch im Fall der Berliner AfD bei ihrer Interpretation der Wohnungsfrage. Im Herbst hat die Abgeordnetenhausfraktion der Partei ein 70-seitiges Konzept „Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung“ für den Zeithorizont der nächsten 30 Jahre vorgelegt.
Weshalb sollte man sich mit diesem wenig innovativen Konzept, das hauptsächlich eine völkisch aufgeladene Zusammenstellung neoliberaler Ideen des vergangenen Jahrhunderts enthält, überhaupt beschäftigen? Nun, in diesem Jahr wird sich entscheiden, ob die Berliner/innen es erneut zulassen, dass die rechtsradikalen Vertreter/innen der Partei in das Landesparlament einziehen und damit Zugriff auf vielerlei Ressourcen und Mitbestimmungsmöglichkeiten erhalten. Zugleich wird das Thema Wohnen das beherrschende Thema bei den Abgeordnetenhauswahlen sein, und deswegen sollte in der Mieterstadt Berlin allen klar sein, wo die Partei hier steht. Zugespitzt lassen sich drei zentrale Punkte des wohnungspolitischen Programms der AfD herausarbeiten: Eigentumsbildung inklusive der Abschaffung von Regulierungen zum Mieter/innenschutz, Aufladung des Themas mit völkischen Narrativen und eine Utopie der Stadt, die von Großstadtfeindschaft und Autoritarismus gekennzeichnet ist.
