Seit Jahren drängt die EU-Kommission auf eine Vertiefung der Kapitalmarktunion. Finanzinvestoren soll erleichtert werden, über Ländergrenzen hinweg zu investieren. Das wird natürlich auch den Immobilienmarkt weiter befeuern, der ja schon heute durch Heuschrecken aufgemischt wird.
Lobbyisten in Brüssel behaupten, die Banken seien nach der Finanzkrise zu streng reguliert worden und würden deshalb zu wenige Kredite für Investitionen vergeben. Aber die Kreditvergabe in der EU stockte vor allem in Ländern, in denen öffentliche Investitionen, Löhne und Renten gedrückt wurden. Wenn keiner Geld ausgibt, nehmen die Firmen nichts ein und investieren auch nicht. Dann können Banken auch nicht durch neue, rentable Investitionen aus schlechten Krediten herauswachsen. Das Vorbild der EU-Kommission sind die USA. Statt des Prinzips einer Hausbank, die Kredite gegen Sicherheiten vergibt und die lokale Wirtschaft kennt, soll die EU mehr Wall Street wagen. Die EU-Kommission verspricht, dass eine Stärkung des Kapitalmarktes dem Mittelstand nützt. Durch eine Angleichung von Finanzprodukten sollen grenzüberschreitende Investitionen vereinfacht werden. Ein deutscher Fonds könnte beispielsweise einfacher Geld in Immobilienprojekte in Lissabon investieren, so die Hoffnung.
