Die engen Verquickungen von Sozial- und Christdemokraten mit der Bau- und Immobilienwirtschaft haben eine lange Tradition in Berlin und einige spektakuläre Skandale hervorgebracht. In Charlottenburg-Wilmersdorf wird in der schier endlosen Geschichte des Berliner Baufilzes nun ein weiteres Kapitel aufgeschlagen. In der Hauptrolle agiert der CDU-Politiker Christoph Brzezinski, der im April zum Baustadtrat des Bezirks gewählt wurde.
Brzezinski arbeitete seit 2019 bei der Anwaltskanzlei „Malmendier Legal“. Die Wirtschaftskanzlei mit Sitz am Kurfürstendamm verfügt laut eigenen Angaben „über eine weitreichende und langjährige Expertise zu allen rechtlichen Bereichen der Immobilienwirtschaft.“ Sie gelte „seit langem in Berlin als erste Adresse für schwierige Bauvorhaben und löst Herausforderungen auch in politisch schwierigen Gemengelagen“, wie auf der eigenen Homepage zu lesen ist. Ein Beispiel dafür ist die Vertretung des Eigentümers des mittlerweile geräumten Køpi-Wagenplatzes an der Köpenicker Straße im Bezirk Mitte. Die Kanzlei vertrat im Verfahren einen offensichtlichen Strohmann des Eigentümers, der seine Identität über ein Konstrukt aus zahlreichen Briefkastenfirmen verschleiert. Deutschlandweit spielte sich die Kanzlei in die Herzen von Vermieter/innen und Investor/innen durch die erfolgreiche Klage gegen das bezirkliche Vorkaufsrecht in Milieuschutzgebieten, die durch ihren ehemaligen Partner Matthias Hellriegel geführt wurde, der seinen Aufstieg zum Lieblings-Advokat der Immobilienlobby bei Malmendier begann.
