Die Verfügbarkeit und Nutzung von Grund und Boden ist einer der zentralen Verteilungskonflikte der Menschheitsgeschichte. Durch die Industrialisierung und das damit verbundene schnelle Wachstum von Städten und Ballungsräumen ist dabei auch die Verwertung des Bodens durch Bebauung in den Fokus gerückt. In der Bundesrepublik wird nach dem Zweiten Weltkrieg erstmals auch individuelles Wohneigentum in Mehrfamilienhäusern gefördert.
Das Kapital stand im 19. Jahrhundert vor der Herkulesaufgabe, innerhalb kurzer Zeit für unzählige Menschen Unterkünfte schaffen zu müssen, um immer mehr Arbeiter in die Produktionsprozesse eingliedern zu können. Dies geschah auch. Aber natürlich nicht im Sinne einer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung für die Versorgung breiter Bevölkerungsschichten mit angemessenem und bezahlbarem Wohnraum, sondern als Teil der möglichst profitablen Verwertungskette bei der Ausbeutung von Arbeitskraft.
