MieterEcho
Nr. 285 - Mai/ Juni 2001

'Geh doch nach drüben' oder ein Hausverwalter offenbart sein Inneres.

 

Mitunter erlebt man Überraschungen:
Der auf dieser Seite dokumentierte Brief ist keine Fälschung, wurde nicht in Auftrag gegeben und wir haben folglich auch nicht dafür bezahlt. Er erreichte uns als freiwilliger realsatirischer Beitrag, dessen Echtheit sich an der eigenhändigen Unterschrift seines Absenders zweifelsfrei überprüfen lässt.

Der Name des Verfassers, eines Händlers mit Elektroartikeln, verbindet sich mit einer penetrant einfallslosen Reklame und dem peinlichen Versuch, sich an die aggressive Werbung des "Mediamarktes" ("Ich bin doch nicht blöd") anzuhängen ("Wir sind die Blöden").

Ob die spezielle Art der Selbstanpreisungen den wackeren Handelsmann, wie eigentlich erwartet werden sollte, zu einem Zubrot nötigt, er eher seiner inneren Berufung folgt oder sonstige verborgene Gründe hat, muss Spekulation bleiben; Tatsache aber ist: er betreibt außerdem Grundstücksverwaltung.

In dieser Profession fiel er durch - sagen wir einmal - außerordentlich kreativen Umgang mit Betriebskosten und ihrer Abrechnung auf. Doch das war es nicht allein. Einem Mieter, der nur ganz normale Auskünfte haben wollte, bewies er seine enorm niedrige Reizschwelle, überschüttete ihn mit Ansichten eines Hausverwalters über Mieter im Allgemeinen und empfahl ihm höhnisch Selbsthilfe.

Unsere Veröffentlichung in der letzten Ausgabe des MieterEchos (Nr. 284) treibt ihn jetzt zu weiterem mentalen Exhibitionismus. Er widmet sich Mieterorganisationen und ihren Vertretern, hält die Mitgliedsbeiträge für weggeworfenes Geld und weiß sich nicht anders zu helfen als durch die Aufforderung "Geht doch nach drüben", allerdings nicht mehr in die "Ostzone" sondern nach Kuba.

Es ist zu befürchten, dass der vielerlei Gewerbe treibende Autor, demnächst seine Ansichten über z.B. Frauen, Gewerkschaften, Ausländer, soziale Randgruppen oder seine Kunden etc. bekannt geben möchte. Obgleich wir uns deren Beschaffenheit lebhaft vorstellen können und uns jetzt schon

speiübel wird, würden wir auch die veröffentlichen. Allein um zu beweisen, dass wir gegen Hausverwalter keine Vorurteile haben.

Sie dürfen sich gerne so zeigen, wie sie sind.

 

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