MieterEcho
Nr. 283 - Januar/Februar 2001

Die Dankbarkeit hält sich in Grenzen, Fortsetzung

 

Herr A. Paulus hat uns noch einmal zum Thema Wärmedämmung geschrieben. Wir danken ihm und hoffen mit der Veröffentlichung einen kleinen Beitrag zu einer längst überfälligen Auseinandersetzung zu leisten. Der Feststellung, dass "es im Hinblick auf die Wärmedämmung ... mehr Fragen als zuverlässige Antworten gibt" ist uneingeschränkt zuzustimmen. Das betrifft aber nicht nur die Kosten für den Wärmeschutz, die die Einsparungen nur um das Doppelte übersteigen dürfen und das Problem, wem die anzulasten sein sollten, sondern auch Sinn und Zweck der Maßnahme selbst. Wir werden zwei Aspekte dieses außerordentlich fragwürdigen Komplexes ansprechen, selbstverständlich ohne irgendeinen Anspruch auf Vollständigkeit. Im Gegenteil, wir wünschten uns weitere Beiträge z.B. auch über Erfahrungen mit wärmegedämmten Wohnungen, um durch verschiedene Wahrnehmungen und Überlegungen das Gesamtbild deutlicher werden zu lassen.

Sehr geehrte Kollegen,

im MieterEcho Nr. 282 haben Sie meinen Beitrag "Die Dankbarkeit hält sich in Grenzen" veröffentlicht. Der Kommentar dazu veranlasst mich zu einer Antwort. Offensichtlich wurde mein Anliegen nicht verstanden. Ich bin nicht nachträglich empört, mir geht es auch nicht um meine Kosten, die habe ich nur als Beleg angeführt. Mir geht es um das Gesetz und damit um die Art und Weise der Bezahlung der Wärmedämmung überhaupt. Ich frage mich, ist es einem Vermieter überhaupt möglich, einen Vollwärmeschutz anzubringen in dessen Ergebnis seine Mieter weniger für ihre warme Stube bezahlen als vorher? Wie soll das bei den üblichen Preisen je m2 rechnerisch möglich sein? Um mein Anliegen deutlich zu machen, frage ich weiter: Wenn ein Wärmeschutz so gut wäre, dass der Mieter überhaupt nicht heizen müsste, was würde der einsparen? Die Antwort lautet: Nichts! Er hätte zwar keine Heizkosten mehr, aber diese "Einsparung" machen seine Kosten für die teure Wärmedämmung (auch wenn sie auf den i-Punkt mit den Gesetzen übereinstimmt) wieder wett. Und da helfen m. E. keine Beratungen. Der Gesetzgeber hat dem Mieter die Kosten für die Wärmedämmung zugeschoben. Er vergoldet dieses Geschenk an den Vermieter noch, indem er die elfprozentige Umlage auf unbegrenzte Dauer der Grundmiete zuschlagen darf. Dieses "Geschäft" empört mich. Zufällig fielen mir dieser Tage weitere Publikationen zu diesem Thema in die Hände. Sie scheinen meine Auffassung zu bestätigen, dass es in Hinsicht auf die Wärmedämmung mehr Fragen als zuverlässige Antworten gibt. Das Gesetz in Bezug auf die Wärmedämmung scheint mir sowieso ein fragwürdiges Konstrukt, wenn sich seit Jahren Gerichte, Mieter und Vermieter in allen Landesteilen darüber streiten, wie es auszulegen sei. Ginge es tatsächlich gerecht zu, müsste der Vermieter die Wärmedämmung für seine Häuser bezahlen oder wenigstens, nachdem die Wärmedämmung von den Mietern abgezahlt worden ist, die elfprozentige Umlage wieder streichen. Außerdem - und da beziehe ich mich wieder auf den Beitrag im MieterEcho - geht es nicht um die Einsparung von Heizkosten, wie Sie schreiben, sondern um die Einsparung von Heizenergie. Die aber dürfte ein gesellschaftliches Anliegen sein, für das der Staat Regelungen finden müsste, die aber nicht darin bestehen können, dass Mieter den Privatbesitz veredeln. Vielleicht unterliege ich einem Denkfehler, um das zu ergründen, habe ich den Beitrag damals geschrieben.

Ich wünsche der Redaktion ein gutes Jahr 2001!

 

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