Berliner Mietergemeinschaft e.V.

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MieterEcho online 07.12.2012

Piraten entern Kreuzberger Ferienwohnung

Eine für Feriengäste umgenutzte Wohnung in der Kreuzberger Pücklerstraße wurde heute von der Piraten-Fraktion des Bezirks der Öffentlichkeit zugängig gemacht. Eine Austellung informiert über das Ausmaß der Zweckentfremdung von Wohnraum zu diesem Zweck. Dabei greifen die Piraten vor allem auf die Ergebnisse der von der Berliner MieterGemeinschaft im letzten Jahr erstellten Ferienwohnungs-Studie zurück (siehe MieterEcho Nr. 350 / Oktober 2011). Diese hatte einen Umfang von 12.000 Ferienwohnungen in Berlin ergeben.

Am Balkon der Ferienwohnung hing ein Transparent: „Geentert für Mieter“. Währenddessen hielten die Kreuzberger Piraten in der Wohnung in Zusammenarbeit mit der Redaktion MieterEcho eine Pressekonferenz ab. Die Mieten stiegen und Wohnraum werde immer knapper, auch wegen der wachsenden Zahl von Ferienwohnungen. Joachim Oellerich vom MieterEcho schätzte, dass jährlich 1000 weitere Wohnungen für den Berliner Mietwohnungsmarkt verloren gingen, weil sie für Feriengäste vermietet werden. Bei einer Neubauleistung von gerade einmal 3000 bis 3500 Wohnungen pro Jahr falle dieser Verlust erheblich ins Gewicht. Der ohnehin bereits enge Wohnungsmarkt werde weiter verknappt, besonders in den touristisch begehrten Innenstadtlagen. Die Piraten forderten, die Zweckentfremdung müsse dringend gestoppt, Ferienwohnungen wieder den Mietern zur Verfügung gestellt und günstige Mieten geschützt werden. Dazu sei auch deutlich mehr Wohnungsneubau nötig. Der Senat komme in diesen Fragen offenbar nicht voran und brauche mehr öffentlichen Druck, um endlich tätig zu werden.


Die Ausstellung über das Ausmaß der Ferienwohnungen und die Folgen für den Wohnungsmarkt in Berlin und besonders im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg kann heute und morgen jeweils von 10 bis 21 Uhr in der geenterten Ferienwohnung in der Pücklerstraße 33 (1. OG) besucht werden.

 
Weiter gehende Informationen:
„Keine Gespensterdebatte“ – zur Ferienwohnungsstudie der Berliner MieterGemeinschaft (Oktober 2011)

 
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