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MieterEcho online 04.06.2014

Die ausgebremste Mietpreisbremse?

Die Mietpreisbremse sei ausgebremst, meint das Handelsblatt vom 4.6.2014 und stützt sich auf ein Gutachten, das der Maklerverband IVD bei einem Prof. Hufen in Auftrag gegeben hat.

Über ihn berichtet das Handelsblatt: „Hufen ist kein unbekannter Winkeladvokat, der im Ruch steht, nach der Pfeife von Verbändlern zu tanzen.“ 

Ob die Kollegen des Handelsblattes nur ein wenig ungelenk mit der deutschen  Sprache umgehen oder mit ihrer Verneinung wirklich sagen wollen, er sei ein bekannter Winkeladvokat, der im Ruch stehe, nach der Pfeife von Verbändlern zu tanzen, soll offen bleiben.
Es geht um das Bestellerprinzip, einem Bestandteil der sogenannten Mietpreisbremse. Bisher mussten ausschließlich Wohnungssuchende die Maklercourtage von bis zu 2,38 Monatsmieten nettokalt bei einer erfolgreichen Vermittlung bezahlen. Dies wird sich nach den Plänen der großen Koalition ändern. Bezahlt werden soll in Zukunft der Makler von demjenigen, der ihn auch beauftragt hat. Dies betrifft Hausverwaltungen und Immobilieneigentümer, aber auch Interessenten, die einen Makler mit der Suche nach ihrer Traumimmobilie beauftragen.

So wie sich die politisch gewollte Lage auf dem Wohnungsmarkt darstellt, werden Vermieter zukünftig kaum Schwierigkeiten haben, selbst ihre schäbigsten Objekte  ohne die kostenpflichtigen Dienste der Makler/innen direkt an die wohnungssuchenden Mieter/innen zu bringen.

Die ca. 30.000 makelnden Profiteure der Wohnungsnot finden folgerichtig die geplante Regelung auch sozial höchst ungerecht. Denn schließlich: Wer, wenn nicht sie, sollten  sich an den Wohnungssuchenden bereichern dürfen. Und wann, wenn nicht jetzt, wo das Geschäft mit der Wohnungsnot so herrlich boomt.

Das Handelsblatt hat Verständnis: „Laut Hufen stellt der Gesetzesentwurf einen „schwerwiegenden Eingriff in die Berufsfreiheit dar“.

Das stimmt. Auch die Abschaffung der Todesstrafe soll der Berufsperspektive der Henker nicht zuträglich gewesen sein. Wo aber war damals Prof. Hufen?

 

Julia Oppermann


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