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MieterEcho online 25.01.2017

Der neue Wohnmarktreport von Berlin Hyp und CBRE dokumentiert dramatische Mietenentwicklung in 2016

Der Berliner Wohnungsmarkt war auch 2016 von dramatischen Mitsprüngen geprägt. Laut dem am Mittwoch vorgestellten Wohnmarktreport 2017 des Immobilienfinanzierers Berlin Hyp und des Weltmarktführers für Immobiliendienstleistungen CBRE stiegen die Angebotsmieten im vergangenen Jahr um 5,6 Prozent auf einen Mittelwert von neun Euro nettokalt pro Quadratmeter. Bei Neubauten sind es zwölf Euro. 2015 betrug die Steigerungsrate lediglich 2,3 Prozent. Dabei handelt es sich nicht um Durchschnitts- sondern um Medianwerte. Das heißt, jeweils 50 Prozent der Objekte liegen darunter oder darüber. Für den Wohnungsmarktreport wurden 83.000 Miet- und 62.000 Kaufangebote ausgewertet.

Verantwortlich für diese deutschlandweit einmalige Dynamik sind laut BerlinHyp-Vorstand Gero Bergmann vor allem die rasante Bevölkerungsentwicklung bei gleichzeitig unzureichender Neubautätigkeit in der vergangenen Dekade. So wuchs die Einwohnerzahl zwischen 2005 und 2015 um 270.000 Menschen, im gleichen Zeitraum wurden aber lediglich 73.000 Wohnungen fertiggestellt. Dem im Vergleich zu anderen Großstädten überproportionalen Anstieg der Angebotsmieten steht in Berlin eine stagnierende Kaufkraft gegenüber. Diese liegt beispielsweise in München 42,5 Prozent höher, in Frankfurt a.M. sind es 23,7 und in Hamburg 18,6 Prozent.

Der Branche ist das egal. Man sehe aufgrund der großen Anziehungskraft Berlins „nach wie vor Luft nach oben“, so der Deutschland-Chef von CBRE, Henrik Baumunk. Angesichts der im nationalen und europäischen Vergleich immer noch moderaten Miet- und Kaufpreise, den aufgrund der Nullzinspolitik günstigen Finanzierungsmöglichkeiten und der „politischen Instabilität in vielen EU-Ländern“ bleibe Berlin für viele Investoren eine „heiße Adresse“. Da die Preise für Eigentumswohnungen und Mehrfamilienhäuser mit 9,6 bzw 15,7 Prozent erneut deutlich stärker als die Mieten gestiegen sind, ist absehbar, dass die Mieten weiter rasant steigen werden

Die Entwicklung der Median-Angebotsmieten, verläuft in Berlin wie bereits in den vergangenen Jahren nicht einheitlich. Die höchsten Steigerungen weisen 2016 die Bezirke Neukölln und Marzahn-Hellersdorf mit 17,1 bzw 10,2 Prozent auf. Am Ende der Liste stehen stehen Tempelhof-Schöneberg und Charlottenburg-Wilmersdorf mit 3,6 bzw. 2,7 Prozent. Am teuersten wohnt man in Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte, vergleichsweise günstig dagegen in Marzahn-Hellersdorf und Spandau. Auch auch innerhalb der Bezirke gibt es deutliche Unterschiede. Unter den fünf Quartieren mit den höchsten Anstiegen befinden sich drei in Neukölln-Nord. Spitzenreiter ist der Richardplatz mit 32,4 Prozent. Dagegen scheint in einigen hochpreisigen Lagen im Prenzlauer Berg und in Friedrichshain-Kreuzberg „ein gewisser Sättigungsgrad“ erreicht zu sein, so Bergmann

Vergleichsweise wenig Einfluss auf die Angebotsmieten haben laut dem Report Instrumente wie die Mietpreisbremse und der Milieuschutz. Vielmehr gebe es einen starken Trend zur Vermietung möblierter Wohnungen, mit denen deutlich höhere Mieten als die laut Mietspiegel zulässigen Kaltmieten erzielt werden könnten. Dem Koalitionsvertrag des Berliner Senats ist allerdings nicht zu entnehmen, wie man dieser dreisten Form der Umgehung der Mietpreisbremse entgegentreten will.

Rainer Balcerowiak

Der Wohnmarktreport 2017 im Internet: http://www.berlinhyp.de/fuer-immobilienkunden/gewerbliche-immobilienfinanzierung/publikationen-fuer-kunden/wohnmarktreportberlin2015.html

 

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