MieterEcho 324/Oktober 2007: Gentrification - Interview mit Prof. Dr. Neil Smith

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MieterEcho 324/Oktober 2007

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"Der Zusammenschluss zwischen Anti-Gentrifizierungskämpfen und den Aktivitäten der weltweiten Bewegung für soziale Gerechtigkeit kann extrem bedrohlich werden"

Interview mit Prof. Dr. Neil Smith von der City University of New York

Neil Smith (geb. 1954 in Leith, Schottland) ist Professor für Anthropologie und Geografie an der City University of New York (CUNY). Vor zehn Jahren legte er eine erste politökonomische Analyse der Gentrifizierung in New York vor, deren Ergebnisse er nun global bestätigt sieht. Ausgangspunkt seiner Analyse ist, dass Gentrifizierung sich von einem fragmentierten Prozess in städtischen Teilräumen bestimmter Metropolen (London, New York) zu einem globalen Projekt des revanchistischen Staates entwickelt hat, eines Staats also, der an den Errungenschaften der (neuen und alten) sozialen Bewegungen Revanche übt und versucht, die Stadt für ihre "rechtmäßigen" Bewohner, das immobilienbesitzende Stadtbürgertum, zurückzuerobern. Erst diese Verbindung mit dem revanchistischen Staatshandeln macht aus Gentrifizierung mehr als einen unter Umständen bedauernswerten, aber unaufhaltsamen Marktprozess.

Der Begriff Gentrifizierung (oder Gentrification) fand sich diesen Sommer in aller Munde. Obwohl das Konzept bereits seit Anfang der 90er Jahre in der deutschen Stadtforschung bekannt ist (und dort bis auf wenige Ausnahmen nie wirklich analytisch entwickelt wurde), erfuhr es dank der Aufmerksamkeit der Generalbundesanwaltschaft eine bemerkenswerte Karriere in der Öffentlichkeit:
Seit August diesen Jahres begründet die Beschäftigung mit Gentrifizierung einen hinreichenden Tatverdacht für die Bildung einer "terroristischen Vereinigung" nach 129 a StGB.
In der Presse und in weiten Teilen der Stadtforschung wird Gentrifizierung immer wieder als "normaler" Marktprozess dargestellt, der einen (ärmeren) Teil der Bevölkerung über die Mechanismen von Angebot und Nachfrage gegen Besserverdienende austauscht. Dies entspricht aber weder dem Forschungsstand noch der empirischen Realität. Wir haben daher die Gelegenheit genutzt, einen der wichtigsten Analytiker weltweiter Gentrifizierungsprozesse zu befragen: Prof. Dr. Neil Smith.

In Berlin lassen sich in verschiedenen Stadtteilen unter anderem durch den Fall der Mauer unterschiedliche Stadien von Gentrifizierung ausmachen. Während Quartiere beispielsweise in Charlottenburg oder Schöneberg schon länger gentrifiziert sind, befinden sich Gebiete im Ostteil der Stadt noch in einem relativ jungen, aber dafür sehr dynamischen Aufwertungsprozess. Sie beobachten Aufwertungs- und Gentrifizierungstendenzen seit fast 30 Jahren. Wie lassen sich die grundsätzlichen wohnungswirtschaftlichen Prinzipien solcher Entwicklungen beschreiben?

Neil Smith: Gentrifizierung oder Gentrification finden wir als ein Phänomen vor allem in den städtischen Teilräumen, in denen zuvor die städtische Infrastruktur vernachlässigt wurde. Das bedeutet auch, dass damit Gebiete geschaffen werden, die profitabel "erneuert" werden können. In den frühesten Formen betraf Gentrifizierung verfallende Arbeiterquartiere nahe der städtischen Zentren, die von Haushalten der (gehobenen) Mittelschicht kolonialisiert bzw. re-kolonialisiert wurden. Das führte dann zur Verdrängung und Räumung der bestehenden Bevölkerung. Als der zentrale Mechanismus hinter Gentrifizierung kann die "Ertragslücke" (rent gap) angesehen werden. Wenn in Quartiere nicht mehr investiert wird, sie also Desinvestition erfahren, verringert sich dort die erlösbare Grundrente, was bedeutet, dass die Grundstückspreise sinken. Wenn diese Desinvestition anhält, vergrößert sich die Lücke zwischen der aktuell erlösbaren Grundrente und der Grundrente, die erzielt werden könnte, wenn in das Gebiet reinvestiert würde. Das geht so lange, bis es wieder attraktiv wird, in das Quartier zu investieren.

Diese "Ertragslücke" entsteht überwiegend durch Bewegungen des Markts, insbesondere in den USA. Aber staatliche Politik kann im Zusammenhang mit Gentrifizierung eine ebenso zentrale Rolle dabei spielen, dass Anreize für Des- oder Reinvestitionen geschaffen werden (hierzu auch S. 13, die Red.). Allerdings können lediglich wohlhabende Haushalte die höheren Kosten tragen, die mit diesen Reinvestitionen verbunden sind. Integrale Bestandteile dieses zunächst ökonomischen Wandels sind dann soziale und kulturelle Verschiebungen, die die Art der Läden, das Warenangebot und die öffentlichen Räume in solchen Gebieten verändern. Das Quartier Islington in London zum Beispiel oder Greenwich Village in Manhattan sind frühe Beispiele für Gentrifizierung, doch seit den 70er Jahren sind viele Fälle in Europa, Nordamerika und Australien bekannt geworden. In Berlin wurden frühe Beispiele unter anderem in Schöneberg und Kreuzberg registriert, doch der Fall der Mauer hat einen immensen Bestand an Wohnungen auf den Markt geworfen, der zuvor von umfangreichen Desinvestitionen betroffen war. Das wiederum führte dann zu umfassender Gentrifizierung in Prenzlauer Berg und Mitte.

"Stadtverwaltungen von der Idee der 'kreativen Stadt' gefesselt"

Wir beobachten in den vergangenen Jahren vor allem in vielen als problematisch geltenden Vierteln Quartiersprogramme, die zur "sozialen Stabilisierung" beitragen sollen. Eine Strategie ist die gezielte Ansiedlung von Künstler/innen; Modeschaffenden und anderen kreativen Gruppen. Das Konzept sind oft sogenannte "Zwischennutzungen", temporäre Gewerberaumangebote zu sehr günstigen Preisen (von Räumen, die sonst leer stehen würden). Passen solche Strategien in die Aufwertungsdynamik von Gentrifizierung?

Neil Smith: Seit den 70er Jahren hat sich Gentrifizierung von einem marginalen, fragmentierten Prozess im Wohnungsmarkt zu einer durchdachten und systematischen Stadtentwicklungspolitik großen Maßstabs entwickelt. Gentrifizierung hat sich zu einer umfassenden Städtebau-Strategie erweitert, die nicht allein den Wohnungsmarkt umfasst, sondern auch die Bereiche Erholung, Handel, Beschäftigung und Kultur. Sie hat sich auch geografisch nach Lateinamerika und Asien ausgebreitet, wo beispielsweise Städte wie Shanghai und Peking hunderttausende armer und proletarischer Bewohner verdrängen. Als eine verallgemeinerte Strategie für Urbanität webt Gentrifizierung nicht nur die Interessen der Stadtverwaltungen, Projektentwickler und Vermieter zusammen, sondern auch die Interessen der Konzerne und der kulturellen und wissenschaftlichen Einrichtungen, die gut ausgebildetes Personal brauchen. Gentrifizierung ist darüber hinaus das paradoxe, aber logische Resultat der ökologisch motivierten Forderung nach städtischer Dichte. Das ist die eine Seite.

Aber diese großräumlichen Strategien sind in sehr viel lokalere Initiativen integriert und in der ganzen Welt sind Stadtverwaltungen von der Idee der "kreativen Stadt" gefesselt. Im Interesse einer Strategie für die gesamte Stadt versuchen sie, die sogenannte "kreative Klasse" wie Künstler, Intellektuelle, Unterhaltungskünstler, Designer und High-Tech-Ingenieure in spezifischen, gentrifizierenden Stadtteilen anzusiedeln (siehe hierzu auch S. 16 ff., die Red.). Ein Pionier dieser Entwicklung war vermutlich die Lower East Side in New York, wo Vermieter, die in den frühen 80er Jahren nicht in der Lage waren, ihre Gewerbeimmobilien zu vermieten, diese günstig mit Fünfjahresverträgen an Künstler vergaben. Da für Gewerbemietverträge keine Mietpreisbindung existiert und sich das Gebiet in eben jenen fünf Jahren rapide gentrifizierte, forderten die Vermieter nach Ablauf der Verträge Mieterhöhungen um 400, 600 und sogar 1000%. Die Künstler hatten ihre Arbeit als Sturmtruppen der Gentrifizierung getan und wurden nun selbst verdrängt. Diese lokale Strategie erfreut sich besonderer Popularität in Städten, wo der Mieterschutz stärker ausgeprägt ist bzw. wo generell die staatliche Regulierung des Wohnungsmarkts ausgeprägter ist. Die Gentrifizierung Berlins verläuft beispielsweise fragmentierter und langsamer ab als die in New York oder London.

"Wenn selbst Harlem gentrifiziert werden kann, ist kein Gebiet sicher"

In Nord-Neukölln wird ein vermehrter Zuzug studentischer Haushalte, eine Intensivierung von Immobilienverkäufen und ein Preisanstieg bei der Neuvermietung beobachtet. In Diskussionen zu den aktuellen Entwicklungen in Nord-Neukölln werden jedoch Gentrifizierungswarnungen teilweise mit dem Argument abgeblockt, dass die soziale Struktur, der Nachbarschaftscharakter und das schlechte Image der Gegend den Lebensentwürfen von Pionieren und Besserverdienenden entgegenstehen. Kennen Sie Beispiele, in denen die Sozialstruktur einer Nachbarschaft "zu schlecht" für einen Gentrifizierungsprozess war?

Neil Smith: Ob Universitätsviertel oder andere Quartiere, Studenten sind Teil des Prozesses, Gebiete "zu knacken", deren Kolonisierung etablierte Akademiker scheuen. Die Frage, ob ein bestimmtes Quartier gentrifiziert wird oder nicht, hängt einerseits von der Größe der "Ertragslücke" und den Besonderheiten der dortigen Politik ab, andererseits aber auch von den Gegebenheiten vor Ort. Ist die "Ertragslücke" erst mal groß genug, dann ist - so glaube ich - kein Quartier "zu schlecht" für die Gentrifizierung. Andererseits gibt es keine Garantie, dass eine bestimmte Gegend tatsächlich gentrifiziert wird. Man betrachte Harlem in New York City: Während der 60er und 70er Jahre war Harlem ein internationales Symbol des Niedergangs der Stadt, eine "üble Gegend". Dies war nicht zuletzt ein Resultat des Rassismus, denn Harlem war in den 80er Jahren zu 97% von Afro-Amerikanern bewohnt. Vor über 20 Jahren führte ich ein Interview mit einem afro-amerikanischen Bürokraten, dessen Aufgabe im Versuch bestand, Harlem zu gentrifizieren. Er sagte: "Wenn Harlem gentrifiziert werden soll, muss der Weiße Mann sich wirklich in den Griff bekommen". Heute wird Harlem intensiv gentrifiziert. Afro-amerikanische Akademiker, Studenten, Anwälte, Schwule, weiße Yuppies ziehen dorthin - und die Grundstückspreise explodieren. Die Columbia-Universität plant ein Riesenprojekt in dem Gebiet. Wenn also selbst Harlem gentrifiziert werden kann, so ist - denke ich - kein Gebiet sicher. Seht euch nur die frühen Anzeichen der Gentrifizierung an den Rändern von Dharavi an, dem größten Slum Mumbais (bis 1995: Bombay, die Red.), der gegenwärtig abgerissen wird.

Allerdings werden Gebiete auf unterschiedliche Weise gentrifiziert. Einige Strategien haben verhängnisvolle Folgen, insbesondere wenn der Staat oder große Institutionen beteiligt sind, während andere Strategien langsamere Gentrifizierungen nach sich ziehen. Einige wirken hochgradig exklusiv und ausschließend, während andere Quartiere unter Umständen länger stärker gemischte Szene-Kieze bleiben. Diese verschiedenen Schicksale der Gebiete hängen von vielen Faktoren ab wie der Eigentümerstruktur und staatlichen Regulationsmechanismen, von der Klassenstruktur und dem Klassenzusammenhalt, von der Bewohneropposition und unternehmerischen Initiativen. Was alle diese verschiedenen Erfahrungen verbindet, ist die Veränderung in der Klassenstruktur und das mehr oder minder große Maß an Vertreibung (ob direkt oder indirekt), das darauf folgt.

"Eine freundliche und behutsame Räumung ist immer noch eine Räumung"

In der akademischen Debatte um Gentrifizierung gibt es eine Auseinandersetzung um die "richtige" Erklärung von Gentrifizierung. Viele Studien versuchen, die städtischen Veränderungen über veränderte Nachfragestrukturen, neue Lebensstile, andere biografische Muster, neue Arbeitsbedingungen etc. zu erklären. Wie sehen Sie heute das Verhältnis von nachfrage- und angebotsseitigen Ansätzen? Ist Gentrifizierung ein Wohnungsverwertungs- oder ein Yuppieproblem?

Neil Smith: Auf der Lower East Side lautete einer der Anti-Gentrifizierungs-Slogans in den 80er Jahren: "Die Yuppie Scum". Ich habe immer noch ein T-Shirt mit diesem Slogan, das mir seinerzeit ein Freund schenkte. Es war ein effektiver Slogan, um Yuppies abzuschrecken, und in der Tat geriet der Gentrifizierungsprozess im Gebiet ins Stocken, bis die Stadt begann, Obdachlose und Demonstranten vom Tompkins Square Park zu räumen. Doch Anti-Yuppie-Slogans stellen keine Analyse der Gentrifizierung dar. Selbst Yuppies haben nur sehr begrenzte Wahlmöglichkeiten auf dem Wohnungsmarkt, wenngleich wesentlich mehr als die Armen. Im Kontrast dazu genießen Kapitaleigner, die dazu entschlossen sind, ein Gebiet zu gentrifizieren und zu entwickeln, eine Menge Wahlmöglichkeiten. Das betrifft zum einen die Wahl der Quartiere, die sie mit dem Ziel der Gentrifizierung "konsumieren" wollen, und es betrifft zum anderen die Art der Wohnungen und anderen Einrichtungen, die sie "produzieren", damit der Rest von uns sie "konsumiert". Es besteht eine riesige Asymmetrie zwischen der Macht von zig-millionenschweren kapitalistischen Konzernen auf dem Markt und der "Macht" von jemanden, der versucht, eine Wohnung mit einem durchschnittlichen Einkommen zu mieten. Daher ist die Frage nach dem Konsum und der Verfügbarkeit der Konsumenten keineswegs irrelevant, aber der viel größeren Macht des Kapitals nachgeordnet.

"Wir müssen anfangen, in Begriffen wie 'Mieterkollektiv' und 'Stadtteilräte' zu denken"

Was bedeutet Ihr ökonomischer Blick auf Gentrifizierungsprozesse für Stadtteilarbeit? Welche Konflikte sind zentral und welche Koalitionen sind notwendig?

Neil Smith: In dem Maß wie Gentrifizierung zu einer globalen urbanen Strategie geworden ist, müssen sich auch Anti-Gentrifizierungskämpfe in diesem Kontext positionieren. Lokale Strategien sind unerlässlich und müssen Verdrängung, Räumung und den Verlust von Dienstleistungen und Arbeitsplätzen in solchen Nachbarschaften hervorheben, in denen die bestehende Arbeiterklasse strandet. Aber solche Kämpfe müssen auch immer die globale Situation im Auge behalten. Gentrifizierung ist eine Strategie innerhalb der Globalisierung selbst geworden. Globalisierung umfasst das Bemühen, eine globale Stadt zu schaffen, Kapital und Touristen anzuziehen und Gentrifizierung ist dafür das zentrale Mittel. Einige Stadtteilaktivisten (ich denke dabei in Nordamerika an Leute, die von Jane Jacobs inspiriert sind), haben versucht Schmalspur-Gentrifizierer zu mobilisieren, um urbane Erneuerungsprojekte im großen Maßstab zu bekämpfen, aber das ist selbst eine Gentrifizierungsstrategie, die darauf abzielt, Quartiere für die sogenannte "Kreative Klasse" zur Verfügung zu stellen. Das Gleiche kann von den "Erneuerungsstrategien" gesagt werden, die von der EU als das zentrale Thema städtischer Politik betont wird. Insbesondere in Großbritannien, aber auch anderswo in der EU, ist der Begriff "Erneuerung" zu kaum mehr als einem gentrifizierten Wort für Gentrifizierung geworden. Eine freundliche und behutsame Räumung ist immer noch eine Räumung. Ich glaube, wir müssen anfangen, in Begriffen wie "Mieterkollektiv" und "Stadtteilräte" zu denken.

Solche Organisationen sollten mehr und mehr die Verantwortung für den Wohnungsbestand in ihrer Nachbarschaft übernehmen und gleichzeitig die lokale Machtbasis organisieren, die die öffentliche Hand zu einer Anti-Gentrifizierungs-Gesetzgebung zwingt: Mietpreisbegrenzung, Schutz vor Räumung, verstärkter öffentlicher Wohnungsbau und so weiter. Aber zusätzlich zur lokalen Organisierung sollten Anti-Gentrifizierungsaktivisten mit den globalen Bewegungen für soziale Gerechtigkeit zusammenarbeiten. Die Wohnungsfrage ist eine Frage sozialer Gerechtigkeit, und Gentrifizierung ist Teil einer größeren globalen Kapitalakkumulation. Heutzutage werden viele Gentrifizierungsprojekte von internationalen Kapitaleignern entworfen, gebaut und finanziert und zwar auf der Grundlage von Entscheidungen, die im weltweiten, nicht lokalen Maßstab getroffen werden.

Die Olympischen Spiele in Peking 2008 stellen das hervorstechendste Beispiel dar: Dort werden in Vorbereitung auf ein Sportereignis, das gleichzeitig eine Goldgrube für chinesische Kapitalisten und den Staat ist, mehrere Hunderttausend Arme und Arbeiter en gros aus den alten Nachbarschaften der Stadt vertrieben, um Platz für massive Erneuerungsprojekte zu schaffen.

Der Zusammenschluss zwischen Anti-Gentrifizierungskämpfen und den Aktivitäten der weltweiten Bewegung für soziale Gerechtigkeit kann extrem bedrohlich werden. Die jüngste verzweifelte Beschwörung des 129a des deutschen Strafgesetzbuches zeigt das deutlich. Der "Terrorismus"-Vorwurf gegen sieben Personen, darunter einige, die zu Gentrifizierung forschen, demonstriert klar, wie bedrohlich diese Verbindungen sein können. Klassenpolitik wird mit Terrorismus gleichgesetzt. Unsere Antwort darauf sollte lauten, die Verbindungen zwischen Aktivisten auf unterschiedlichen Ebenen zu intensivieren und gleichzeitig die hysterische Gleichung des Staats zwischen Klassenopposition und Terrorismus zurückzuweisen. Anti-Gentrifizierungskämpfe sind Teil dieser Aufgabe.

Die Fragen stellte Andrej Holm. Übersetzung aus dem US-Amerikanischen und redaktionelle Bearbeitung von Jens Sambale und Volker Eick.

Von Neil Smith ist leider so gut wie nichts auf Deutsch erschienen, zuletzt "Rächen und Renovieren", in: Eick, Volker/Sambale, Jens/Töpfer, Eric (Hg.): Kontrollierte Urbanität, transcript Verlag, 2007. Eines der wichtigsten Bücher von Neil Smith ist das 1996 im Verlag Routledge erschienene "The New Urban Frontier: Gentrification and the Revanchist City".

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