MieterEcho
Nr. 283 - Januar/Februar 2001

Marienburger Str. 39, zum Ersten

 

Alfons Kleickmann ist einer der beiden Geschäftsführer der Abiv Immobilien GmbH, der die Marienburger Str. 39 gehört. Von ihm erhielten die Mieter im Dezember letzten Jahres ein Schreiben mit folgendem Inhalt:

"Wir sind seit drei Jahren Eigentümer des Hauses Marienburger Str. 39. Wie Ihnen bekannt ist, sollte das Haus zwischenzeitlich verkauft werden. Da der Kaufinteressent allerdings nicht in der Lage war, seinen Verpflichtungen nachzukommen - und somit wohl auch niemals eine notwendige Sanierung vorgenommen hätte - befindet sich die Marienburger Str. 39 weiterhin in unserem Besitz.

Für die Umsetzung der Modernisierung benötigen wir finanzielle Mittel, die zum Teil aus den Verkäufen von Wohnungen bereitgestellt werden sollen. Daher haben wir u.a. durch Annoncen in der Tagespresse und eine Beratung vor Ort erste Gespräche mit Interessenten geführt, die sich für das Haus und die Wohnung interessieren. Selbstverständlich haben wir bisher noch keine Wohnung verkauft!

Sie haben als Mieter ein gesetzliches Vorkaufsrecht für die von Ihnen bewohnte Wohnung. Daher bieten wir Ihnen Ihre Wohnung zum Vorzugspreis an. Bei einem persönlichen Gespräch, in dem alle Einzelheiten mit Ihnen erörtert werden können, werden wie Ihnen unser Angebot im Detail erläutern. Einige Wohnungen werden auf Grund von Wohnungszusammenlegungen nach der Sanierung andere Grundrisse und Größen haben. In diesem Fall können wir Ihnen auch eine andere Wohnung im Hause zu einem Vorzugspreis anbieten. ...."

Entwaffnend die Direktheit, mit der Herr Kleickmann blauäugigen Blickes als positive Geschäftsstrategie verkündet, was die AG UMWANDLUNG seit Jahren zu skandalisieren versucht: Ja, so wird es heutigentags gemacht. Man kauft eine Immobilie, hat selbstverständlich gar nicht das erforderliche Kapital, versucht zunächst den schnellen Deal und den mittleren Profit durch Weiterverkauf zu realisieren und entschließt sich, wenn das nicht klappt, die Modernisierung selbst durchzuführen. Wobei man meint, sich die erforderlichen Mittel durch den vorgezogenen Verkauf von einzelnen Wohnungen beschaffen zu können. Herr Dipl.-Ing. Alfons Kleickmann und sein Partner (womöglich auch Studienkollege) Dipl.-Ing. Ulrich Würminghausen können darin nichts Anstößiges finden. Wie sollten sie auch?

Wenn aber Alfons und Ulrich, die geschäftstüchtigen Diplomingenieure, darüber hinaus meinen, sie könnten die Grundrisse vermieteter Wohnungen zur Disposition stellen und damit nach ihrem Gutdünken verfahren, dann gehört ihnen nachhaltig klar gemacht, dass sie damit den Nachweis einer Wohnwertverbesserung zu führen haben. Einen Beweis, den sie nie zu erbringen in der Lage sein werden. Zu dieser - letztendlich auch für Alfred und Ulrich realitätsgerechten und daher positiven - Erfahrung können Ihnen aber nur die Mieter verhelfen.

Die Mieter der Marienburger Str. 39 scheinen dazu entschlossen und auch fähig. Wir drücken die Daumen und werden weiter berichten - und falls nötig auch Unterstützung leisten.

AG UMWANDLUNG

 

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