Logo Berliner Mietergemeinschaft e.V.

Politik

Stadtpolitische Konferenz 2026 der Berliner MieterGemeinschaft


Wohnungskrise und kein Ende?
Hintergründe, aktuelle Lage, Gegenentwürfe

Sa., 25.4.2026, 13–18 Uhr
IG Metall-Haus
Alte Jakobstr. 149
10969 Berlin

Ausgangssituation

Die Lage auf dem Berliner Wohnungsmarkt spitzt sich seit über zwei Jahrzehnten immer dramatischer zu. Die Mieten explodieren scheinbar unbegrenzt, der Neubau stagniert, der Bestand an preisgebundenen Sozialwohnungen sinkt von Jahr zu Jahr, und auch Normalverdiener/innen haben kaum noch eine Chance, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Auf der anderen Seite steigt die Zahl der Obdach- und Wohnungslosen stetig und wird laut offiziellen Zahlen des Senats bis 2030 die Marke von 100.000 erreichen.

Im bevorstehenden Wahlkampf zum Berliner Abgeordnetenhaus werden die Parteien – wie schon bei vergangenen Wahlen – unisono die „hohe Priorität“ der Wohnungsfrage betonen und uns mit verschiedenen Plänen das Blaue vom Himmel versprechen. Doch die bittere Erfahrung zeigt, dass davon nach der Wahl wenig bis gar nichts übrig bleibt und sich die Lage weiter verschlechtert. Und diese Erfahrung lehrt, dass es einer starken Mietenbewegung bedarf, um die Abwärtsspirale zu stoppen.

Wozu diese Konferenz?

Mit ihrer stadtpolitischen Konferenz will die Berliner MieterGemeinschaft e.V. (BMG) die Debatte über diese notwendige Organisierung von Gegenwehr vorantreiben. Zum einen mit einer Bestandsaufnahme der wohnungspolitischen Situation und deren Einordnung in die von Aufrüstung und Sozialabbau dominierte gesamtpolitische Lage. Zum anderen mit konkreten Gegenentwürfen und Strategien. Für die BMG steht dabei ein „Zwei-Säulen-Modell“ im Mittelpunkt, mit dem Ziel, relevante Teile des Wohnungsmarktes der Verwertung durch profitorientierte Akteure zu entziehen. Denn darum geht es, wenn wir der Wohnungskrise Einhalt gebieten wollen.

Vergesellschaftung und kommunaler Neubau

Wir unterstützen die Kampagne von „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ für einen erneuten Volksentscheid zur Vergesellschaftung der Wohnungsbestände großer Immobilienkonzerne und deren Überführung in kommunalen Besitz. Und wir fordern ein umfangreiches Neubauprogramm in unmittelbarer öffentlicher Trägerschaft zur Schaffung dauerhaft bezahlbaren Wohnraums.

Gegenwehr auf allen Ebenen stärken

Des Weiteren wollen wir auf der Konferenz verschiedenen Initiativen aus der Mietenbewegung die Möglichkeit geben, ihre jeweilige Arbeit zu schildern, und auch unsere eigenen Aktivitäten – von der individuellen Mieterberatung bis zu den aktiven Bezirksgruppen – erläutern. Und natürlich bietet die Konferenz genügend Raum für Nachfragen und Diskussionen. Denn sie soll auch Ausgangspunkt für weitere Vernetzung und Organisierung im Kampf für die Überwindung der dramatischen Wohnungskrise sein.

Kontakt: me@bmgev.de


Programm

Der Eintritt zur Konferenz ist frei.

12.30 Uhr

Einlass

13.00 Uhr

> Begrüßung
Constantin Borchelt, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Berlin

> Einführung in die Konferenz
Marek Schauer, Vorstand der Berliner MieterGemeinschaft e.V.

13.20 Uhr bis 14.20 Uhr

1. Block: Politische Rahmenbedingungen

> Aufrüstung und soziale Daseinsvorsorge
Ulrike Eifler, Gewerkschaftssekretärin Würzburg

> Wohnungspolitische Lage im Bund und in Berlin
Rainer Balcerowiak, Redaktion MieterEcho

Anschließend Nachfragen und Diskussion

14.20 Uhr bis 14.40 Uhr

Kurze Pause mit Kaffee und Tee

14.40 Uhr bis 15.40 Uhr

2. Block: Lösungsansätze für die Überwindung der Wohnungskrise

> Vergesellschaftung der Bestände großer Immobilienkonzerne
Nico Hertz-Eichenrode und Tilman Alder, Deutsche Wohnen & Co enteignen

> Kommunal, sozial und ökologisch bauen
Andrej Holm, Stadtsoziologe HU Berlin

Anschließend Nachfragen und Diskussion

15.40 Uhr bis 16.10 Uhr

Pause mit kleinem Buffet

16.10 Uhr bis 17.20 Uhr

3. Block: Organisierung und Widerstand

> Rechtliche Gegenwehr
Marek Schauer, Rechtsanwalt und Vorstand der BMG

> Bezirksgruppenarbeit am Beispiel Wedding
Kathi Mayer, Bezirksgruppe Wedding der BMG

> Selbstorganisiert gegen Eigenbedarf
Erich Dunkel, Eigenbedarf kennt keine Kündigung (E3K)

> Selbstorganisiert gegen Obdach- und Wohnungslosigkeit
Stefan Schneider, Wohnungslosenstiftung

> Vernetzung mietenpolitischer Initiativen
Valentina Hauser, Bündnis gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn

Anschließend Nachfragen und Diskussion

17.20 Uhr

Schlusswort

17.30 Uhr bis 18.00 Uhr

Ausklang und Zeit für Kontakte und Gespräche


Informationstische

Alle beteiligten Organisationen und Gruppen sowie zahlreiche weitere Initiativen sind mit Infotischen vertreten.

Folgetreffen am 7. Mai 2026

Zur weiteren Diskussion und Organisierung laden wir zu einem Folgetreffen am Donnerstag, den 7. Mai 2026 um 19 Uhr in die Beratungsstelle der BMG, Sonnenallee 101 in Berlin-Neukölln ein.

Aufzeichnung der Veranstaltung

Die Veranstaltung wird aufgezeichnet und auf der Website der BMG als Videodokumentation veröffentlicht