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MieterEcho online 28.11.2013

Merkwürdige Allianzen

Initiative „100% Tempelhofer Feld“ sieht keinen Bedarf für Wohnungsbau im Randbereich des stillgelegten Flughafens. Volksbegehren läuft noch bis Januar.

Einige Gruppen der Initiative „100% Tempelhofer Feld“ bekräftigten am Donnerstag bei einem Pressegespräch ihr Vorhaben, jegliche Bebauung und Neugestaltung des stillgelegten Flughafengeländes mit einem Volksentscheid verhindern zu wollen. Nach den Plänen des Senats sollen in den Randbereichen des Feldes von zwei städtischen Wohnungsbaugesellschaften und einer Genossenschaft insgesamt 4700 Wohnungen und ein Sportzentrum entstehen. Mit den Investoren wurde vereinbart,  dass mindestens 50 Prozent der Wohnungen nach Fertigstellung für Nettokaltmieten zwischen sechs und acht Euro pro Quadratmeter angeboten werden, um eine „soziale Durchmischung“ der neuen Quartiere zu gewährleisten. Der Kern des Tempelhofer Feldes mit einer Fläche von 230 Hektar wäre  demnach nicht von den Bauplänen betroffen.

Vertreter der Initiative behaupten allerdings, dass dies nur der Beginn für viel weitergehende Bauvorhaben von gewerblichen Investoren wäre. Außerdem gäbe es 200.000 leerstehende oder zweckentfremdeten Wohnungen in Berlin sowie bereits erschlossene Grundstücke für den Bau von weiteren 200.000 Wohnungen hieß am Donnerstag unter Berufung auf eine angebliche Schätzung des Senats und eine geheime Rede des Regierenden Bürgermeisters auf einer internationalen Immobilienkonferenz. Verwiesen wurde ferner auf nicht näher spezifizierte Studien, laut denen die Zuwanderung nach Berlin bald wieder abebben werde.

Zum Bündnis gehören auch Gruppen wie die „Pioniere Tempelhofer Freiheit“ und „Arche Metropolis“, denen eine dauerhafte Nutzung des Feldes u.a. für Kunst-, Hobbygärtner- und Esoterikprojekte vorschwebt. Das Feld solle in Gänze ein Ort der Nachhaltigkeit und der Bürgerpartizipation bleiben, heißt es dazu. Auch die BI Tempelhof 42 mischt mit und will vor allem die Option auf eine Wiedereröffnung des Flughafens offen halten. Bei aller Heterogenität sind sich alle Unterstützer des Volksbegehrens in einer Frage jedenfalls einig: Die Schaffung von Wohnraum im Randbereich des Feldes wird abgelehnt. Für die Durchführung eines Volksentscheids werden bis Mitte Januar 174.000 gültige Unterschriften benötigt. Dieser könnte dann im Mai 2014 stattfinden. Bislang wurden nach Angaben der Initiative rund 80.000 Unterschriften gesammelt

 Rainer Balcerowiak

 

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