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MieterEcho online 29.05.2018

Ein bisschen billiger, ein bisschen schneller

Bund und Verbände schließen Rahmenvereinbarung für serielles und modulares Bauen.

Mit einer am Dienstag in Berlin unterzeichneten Rahmenvereinbarung zwischen den Spitzenverbänden der Bau- und Wohnungswirtschaft und dem Bundesbauministerium soll der Einsatz serieller und modularer Bauweisen für den Geschosswohnungsbau flächendeckend etabliert werden. Grundlage der Vereinbarung ist eine europaweite Ausschreibung für Musterbauten auf Grundlage vorgefertigtert Bauteile, deren Ergebnisse ebenfalls am Mittwoch präsentiert wurden. Neun der rund 50 von Unternehmen und Bietergemeinschaften eingesandten Entwürfe erhielten den Zuschlag. Nach der Erteilung der Typenbaugenehmigungen können Wohnungsunternehmen in ganz Deutschland die in dem Katalog enthaltenen Bautypen zu Festpreisen bestellen und ohne weitere Ausschreibung realisieren. Die neun prämierten Entwürfe, die jeweils noch verschiedene Variationsmöglichkeiten aufweisen, decken einen Großteil denkbarer Wohnungsbauvorhaben ab; von der innerstädtischen Verdichtung durch Lückenschließung und Blockrandbebauung bis zu größeren Komplexen in Neubaugebieten, von reiner Wohnbebauung bis zu Gemischtnutzungen mit Gewerbeanteilen.

Axel Gedaschko, Präsident des Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobillienunternehmen: (GdW) lobte die Vereinbarung. Dabei gehe es nicht um eine „Rückkehr zum Plattenbau der 70er Jahre“ sondern gleichermaßen „um Quantität, Qualität, Nachhaltigkeit und vor allem die gesellschaftliche Aufgabe, bezahlbaren Wohnraum für alle Schichten der Bevölkerung zu schaffen“. Und das deutlich schneller als bei konventioneller Bauweise.

Allerdings mochten die bei der Vorstellung der Vereinbarung anwesenden Vertreter aus Politik und Verbänden keine Angaben zur tatsächlicher Kostenersparnis durch serielles Bauen machen. Gedaschko erklärte lediglich, unter „günstigen Rahmenbedingungen“ wie hohe Abnahmezahlen der vorgefertigten Bauteile, billige Grundstücke und niedrige Erschließungskosten seien bei normaler privatwirtschaftlicher Kalkulation Mieten von acht bis neun Euro nettokalt pro Quadratmeter denkbar. Auch für die quantitative Größenordnung dieser Bauweise in den kommenden Jahren gibt es keine Prognosen.

Einig waren sich alle Podiumsteilnehmer bei der Einschätzung, dass die Senkung der Baukosten nur eines von vielen Puzzleteilen bei der möglichst schnellen Schaffung von ausreichend bezahlbarem Wohnraum ist. Denn die besonders in Ballungsräumen explodierenden Grundstückspreise sind ein erheblicher Kostenfaktor. Bau-Staatssekretär Gunther Adler räumte ein, dass dabei auch der Bund in der Pflicht stehe. Bundeseigene Grundstücke müssten in „viel stärkerem Maße als bisher“ nach konzeptionellen und städtebaulichen Kriterien vergeben werden, statt nach dem Höchstpreisprinzip. Auch auch die Länder und vor allem die Kommunen hätten noch beträchtliche Reserven bei der Erschließung und Vergabe von Baugrundstücken und der Beschleunigung der Planungs- und Genehmigungsverfahren.

Weitere Infos : https://web.gdw.de/wohnen-und-stadt/serielles-bauen/seriellesbauen

 

Rainer Balcerowiak

 

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