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MieterEcho online – 23.08.2011

Berlin: Nebenkosten steigen noch schneller als Mieten

Der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) hat die Nebenkosten Berliner Wohnungen im Jahr 2010 berechnet. Dies betrifft die Kosten für Energie (Strom, Gas, Fernwärme), Wasser, Müll und die Grundsteuer. Während in Brandenburg die Preise innerhalb eines Jahres um durchschnittlich 3 Prozent gestiegen sind, waren es in Berlin satte 8 Prozent.

So kletterten die Strompreise innerhalb eines Jahres in Berlin um 10 Prozent nach oben – berechnet für Vattenfall, die die privatisierte Bewag übernommen hatten. Die stadteigene Gasag ließ die Preise für Erdgas um ganze 16 Prozent steigen.
 

Städtische Betriebe als Kostentreiber

Hier drängt sich der Vergleich zum preistreibenden Mietenwettbewerb zwischen privatisierten und städtischen Wohnungsunternehmen auf: SPD und DIE LINKE machen zwar kräftig Wahlwerbung mit nicht näher bezeichneten Maßnahmen zur Mietendämpfung. Doch tatsächlich stehen die stadteigenen Wohnungsgesellschaften der profitorientierten Konkurrenz in Sachen Mieterhöhungen in nichts nach – zumindest dort wo sich hohe Preise durchsetzen lassen.

Nicht gestiegen sind die Preise übrigens fürs teilprivatisierte Wasser – hier ist Berlin unter den deutschen Großstädten mit über 500.000 Einwohner/innen ohnehin der Spitzenreiter. Das gleiche gilt für di unverändert hohe Grundsteuer, mit der der rot-rote Senat den Berliner Haushalt zu sanieren versucht. Einzig die Müllkosten der BSR bleiben relativ niedrig und steigen nur um 1 Prozent.
 

BBU: „Moderate Entwicklung“

Seltsam erscheint die Bewertung der Kostenentwicklung durch den BBU. Sind doch viele Mieter/innen bereits durch die laut Mietspiegel innerhalb von zwei Jahren um rund 8 Prozent gestiegenen Mieten arg gebeutelt, müssten gleich 8 Prozent Kostensteigerung bei den Nebenkosten die Alarmglocken schrillen lassen.

Nicht so beim BBU. Maren Kern vom BBU-Vorstand formuliert es ungewohnt: „Angesichts der bislang kraftvollen konjunkturellen Entwicklung in Deutschland ist diese Entwicklung erfreulich moderat.“

Es mag ja sein, dass angesichts der „kraftvollen konjunkturellen Entwicklung in Deutschland“ die Vorstandsbezüge schon wieder in beeindruckende Höhen entgleiten. Für die meisten Berliner/innen machen sich die Einkommenszuwächse bei den Vermögenden jedenfalls nicht im privaten Geldbeutel bemerkbar. Da sinkt die Ebbe angesichts steigender Mieten vielmehr ins Bodenlose.
 

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