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MieterEcho online – 29.06.2011

Der Marktspiegel des IVD bestätigt: Explosion bei Neuvertragsmieten

 
Der Immobilienverband Deutschland (IVD), der Verband der Immobilienberater, Makler, Verwalter und Sachverständigen, erstellt jährlich einen Marktspiegel für Neuvertragsmieten. Dabei handelt es sich um die Mieten, die in neugeschlossenen Mietverträgen vereinbart wurden. Der offizielle Berliner Mietspiegel erfasst hingegen Bestandsmieten, und in dem von GSW/John Lang Lasalle erstellten Wohnungsmarktreport sind die Angebotsmieten zusammengestellt, d.h. die Mieten mit denen Wohnungen am Markt angeboten werden, von denen aber nicht sicher ist, dass sie tatsächlich erzielt werden können.
 

Auf seiner Pressekonferenz am 29.6.2011 stellt der IVD fest:

Neuvertragsmieten sind seit 2009 um rund 7,3 Prozent gestiegen
•   Mieten liegen bei Neuabschlüssen rund 20 Prozent über den Mietspiegelwerten für Bestandswohnungen
•   Lichtenberg hat mit 14,3 Prozent stärkste Mietdynamik bei Standardwohnlagen, gefolgt von Neukölln (13,7 Prozent) und Mitte (12,0 Prozent)
•   Zweistellige Mietsteigerungen auch in Vorzugswohnlagen von Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg, Pankow/Prenzlauer Berg und Neukölln
•   Vom „Run“ auf Innenstadtlagen profitieren auch der Norden Neuköllns und Teile von Wedding.

 
Weiter wird ausgeführt:

Die Schwerpunktmiete (die am häufigsten anzutreffende Miete) liegt 2011 in Standardwohnlagen bei monatlich 6,20 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche nettokalt. Im Vorjahr lag sie noch bei 6,00 Euro/qm, 2009 bei 5,80 Euro/qm. In den besseren Vorzugswohnlagen erreicht die Neuvertragsmiete 2011 7,50 Euro/qm im Vergleich zu 7,25 Euro/qm in 2010 und 6,99 Euro/qm in 2009. Damit liegen die zum Stichtag 1. Mai 2011 ermittelten Neuabschlussmieten etwa 20 Prozent über den Werten des offiziellen Mietspiegels, der mit dem Stichtag 1. September 2010 weniger aktuell ist.

 
Dies führe zu einer weiteren Spaltung des Berliner Wohnungsmarktes, lautet das Resümee des IVD.

Auf der Wunschliste der Wohnungssuchenden stehen modernisierte Altbauten in den City-Lagen von Charlottenburg, Kreuzberg, Mitte und Prenzlauer Berg. In der Innenstadt liegt die Mietdynamik daher im zweistelligen Bereich. Von dem `Run´ auf die Innenstadt profitieren auch Wedding und Neukölln, die vormals weniger im Fokus der Wohnungssuchenden waren. Vor allem der Norden von Neukölln erfährt durch das umgenutzte Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof eine Aufwertung. Aber auch Teile von Wedding, die sich in unmittelbarer Nähe zu Mitte befinden, stehen hoch in der Gunst.
Unter den Standardwohnlagen weist Lichtenberg mit 14,3 Prozent die stärkste Mietdynamik im Vergleich zu 2009 auf. Die Schwerpunktmiete liegt nun bei 5,60 Euro/qm. Wohnungen in Neukölln haben mit 13,7 Prozent die zweithöchste Mietdynamik. Die Schwerpunktmiete bei Neuvermietungen beträgt 5,40 Euro/qm. Mit 12,0 Prozent verfügt auch Mitte über einen zweistelligen Zuwachs. Für Neuvermietungen in Standardwohnlagen fallen 7,00 Euro/qm an. „Betrachtet man die Entwicklung in Vorzugswohnlagen, so zeichnet sich eine Verschiebung ab“, stellt Schories fest. „Die Mietdynamik in begehrten Lagen von Mitte ist um 14,4 Prozent höher als 2009. Neuvermietungen werden bei 9,15 Euro/qm abgeschlossen.“ Zweistellige Zuwachsraten in Vorzugswohnlagen weisen auch die Bezirke Kreuzberg-Friedrichshain (13,1 Prozent), Pankow/Prenzlauer Berg (12,9 Prozent) und Neukölln (11,8 Prozent) auf.

 

Grafik: IVD Marktspiegel 2011

 
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