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MieterEcho online 14.08.2013

Vom Land verschenkt, von Jakob Mähren verwertet

Vor zwei Jahren besetzt, sollen in der Schlesischen Straße 25 im kommenden Jahr Luxuswohnungen ihre Käufer finden


Als der SPD/PDS-Senat 2004 die GSW verscherbelte, gerieten dabei auch Häuser an den neuen Eigentümer Cerberus, die das Land Berlin 1993 der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft kostenlos übertragen hatte. Vereinbart war seinerzeit die Instandhaltung der Häuser sowie die Häuser nicht zu veräußern und auch nicht in Wohneigentum umzuwandeln. Nachdem es nach zwei versuchten Besetzungen in 2011 viel Wirbel um die Schlesische Straße 25 gegeben hatte, wurde es danach ruhig um das Haus. Das ändert sich nun: Aus dem damaligen Geschenk sollen in Kürze hochpreisige Luxus-Eigentumswohnungen werden, für „junge Menschen aber auch für Kapitalanleger“, wie es im Verkaufsprospekt der Schlesischen Straße 25 nachzulesen ist (http://immobilien.maehren-gruppe.de/downloads/schlesische25_72dpi.pdf).
Die insgesamt 33 Wohnungen sollen zwischen 90.000 und 740.000 Euro kosten, wobei es bei dem ersten Angebot nur für ein Wohnklo von 29 Quadratmetern reicht. In der Summe sollen die Wohnungen über 7 Millionen Euro einbringen. Glaubt man den Ausführungen der Mähren Immobilien AG erleben die neuen Eigentümer dafür das „Gefühl von Freiheit durch hohe, stuckverzierte Decken und Bodenständigkeit durch originale Parkett- und Dielenböden“ und können „alle Emotionen der vergangenen Zeiten“ fühlen. Sollte Letzteres zutreffen, dürfte es den künftigen Eigentümern recht mulmig werden. Denn zu den Emotionen der letzten Mietparteien gehörten vor allem Wut und Frustration über den rücksichtslosen Umgang der GSW und des Berliner Senats mit dem Haus und seinen BewohnerInnen. Zwei wackere Mietparteien halten noch immer die Stellung. Deren Wohnungen sind in der Liste der Mähren-Immobilienverwerter zwar als „vermietet“ vermerkt, sind in der Verkaufsliste aber bereits eingepreist mit 207.000 bzw. 422.000 Euro. Dass Mieterinnen und Mieter für die Mähren GmbH lästig sind oder lediglich der Geldvermehrung zu dienen haben, bekommen immer mehr Menschen unter anderem auch in Neukölln zu spüren. Allein für 2013 kündigte Geschäftsführer Jakob Mähren den Kauf weiterer 500 Wohnungen an und für „finanzkräftige Investoren“ verspricht die Gesellschaft ein „sicheres Portfolio-Management.“

Hermann Werle

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