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MieterEcho online 14.12.2013

Wohnungspolitik sei Chefsache, meint der BBU auf seiner Jahrespressekonferenz.

„Die Signale sind klar: Wohnungspolitik muss Chefsache werden. Berlin braucht jetzt endlich eine stringente Agenda für mehr Mietwohnungsneubau. Nur mehr Neubau kann für einen entspannten Berliner Wohnungsmarkt sorgen“, so BBU-Vorstand Maren Kern.

Mit einem Rückgang auf 2,3 Prozent sei der Leerstand bei den Berliner BBU-Mitgliedsunternehmen 2012 auf den niedrigsten Stand seit fast 20 Jahren gefallen. Auch die Fluktuation sei erneut deutlich gesunken. In einigen Innenstadtlagen erreiche sie mittlerweile eine Quote von nur noch rund fünf Prozent.
Dies alles sei eine deutliche Mahnung, endlich mit dem Neubau zu beginnen. Bei den Mietgliedsunternehmen des BBU sieht es damit allerdings mager aus. Zwar wurde im Jahre 2012 eine Milliarde Euro investiert, doch davon fielen auf den Neubau nur 47 Millionen. Das soll in Zukunft anders werden, verspricht die BBU-Chefin Maren Kern. Bis 2020 wollen die Mitgliedsunternehmen 10.000 Wohnungen neu errichten.

Das klingt gut, ist aber nur Geklingel. Die 143 Mitgliedsunternehmen des BBU bewirtschaften in Berlin 655.000 Mietwohnungen, das sind nach eigenen Angaben 40% des Berliner Mietwohnungsbestands bzw. 35% des Gesamtwohnungsbestands. Selbst die Koalition bekennt sich inzwischen zu einem jährlichen Neubaubedarf von 15.000 Wohnungen, d.h. einem Bedarf von 100.000 Wohnungen bis 2020.  Wenn die BBU-Unternehmen, wie es ihrer Marktstellung entspricht,  35% dazu beitragen würden, müssten sie bis 2020 35.000 Wohnungen fertigstellen, anstatt der kümmerlich wirkenden 10.000 Wohnungen, die Frau Kern in Aussicht stellt. Wie üblich werden auch keine Angaben über   die zu erwartenden Miethöhen, Förderungen und Bindungen gemacht. Frau Kern mag ihr Verdienst darin haben, der Frau Junge Reyer mit ihrem Gefasel vom entspannten Wohnungsmarkt entgegengetreten zu sein. Doch ernsthafte Vorstellungen über einen sozialen kommunalen Wohnungsbau werden von ihr nicht erwartet werden können.

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